Die Benzinpumpe der Africa Twin

... ist ein Thema für sich. Gleich zu Beginn, als ich meine Twin gekauft hatte (im August 2003 als Gebrauchtfahrzeug Bj. 2000 mit 22.000 km) begannen die Probleme damit. Binnen einer Woche wurde mir in Garantie 2x die Benzinpumpe und 1x die CDI getauscht. Alleine dies hat meine Entscheidung, die Twin beim Händler und nicht privat zu kaufen, gerechtfertigt. Immerhin liegt der Preis einer Benzinpumpe bei € 260,- und die CDI kommt bei € 720,- über den Ladentisch. Dieses Problem hat nun wahrscheinlich oder möglicherweise nichts mit der "eigentlichen" schlechten Angewohnheit der AT-Pumpe zu tun - der Fehler lag vermutlicherweise an der CDI.
Allzu lange hat es aber dann doch nicht gedauert, nach nicht ganz einem Jahr und etwa 15.000 km quittierte mir eben auch diese neue Pumpe den Dienst. Das sah dann so aus:

Der Gummistöpsel am Kabeldurchtritt ist sicher konstruktiv nicht die beste Lösung und so kam eben mit der Zeit Feuchtigkeit ins innere und an die Kontakte der Pumpe. Die Folgen davon dürften jedem klar sein. Nachdem das ganze bei Sandspielen in den Slowakischen Dünen passierte und der Tank auch nicht mehr randvoll gefüllt war, mussten die Kontakte der Pumpe vor Ort erst mal anständig gereinigt werden. Leatherman sei Dank! Das hat auch so recht und schlecht geklappt und wir kamen ohne weitere Schwierigkeiten wieder heim.

Da ich nun an meiner Transalp einen alten 24 Liter-AT-Tank und auch eine Mikuni-Unterdruckpumpe verbaut hatte, ich die Transe aber sowieso wieder in den Urzustand versetzen wollte lag es nahe, gleich ebendiese Pumpe an der AT zu verbauen.

Also Originalpumpe unter der Sitzbank abstecken, Schläuche abziehen und weg damit. Soweit der einfachere Teil der Übung. Da war nun die Frage, wie montiere ich die Mikuni sinnvoll? Einen Bügel, so wie an der Transe? Irgendwie war die Lage und Position der Originalpumpe schon verlockend, da wären ja auch die Schläuche in der richtigen Länge vorhanden... Nach einigem Betrachten aus verschiedenen Blickwinkeln und intensivem Studium der Gummimanschette an der Originalen musste selbige herhalten. Etwas zurecht gestutzt, genau auf die Breite der beiden Befestigungslaschen, lässt sich dieses Ding über die Mikuni stülpen und sitzt auf dieser wie angegossen.

Einzig die beiden Metallbügel am Rahmen der AT müssen etwas umgeformt werden, der Abstand zwischen den Laschen ist nun um etwa 1cm größer. Mit einer großen, gut greifenden Zange keine Schwierigkeit. Damit flutscht die Mikuni nun auf die Originalhalterung und sitzt perfekt.

Angenehmerweise passen nun auch die Originalschläuche noch, mit den gut sitzenden ABA-Schlauchklemmen ist auch der vom Durchmesser her etwas kleinere Pumpenausgang kein Problem. Das Adapterstück zum Anschluss des Unterdruckschlauches hab ich aus einer Schraube M5 mit Schaft (also mit nicht durchgehendem Gewinde) gebastelt. Rübe (Kopf) ab, auf etwa 30mm Länge zurecht gestutzt, längs ein 2,5er Loch gebohrt (das funktioniert natürlich nicht per Hand, dazu geht man besser an eine Drehbank) und am hinteren Ansaugstutzen, an Stelle der Verschlussschraube für den Synchrontester, montieren (Loctite Schraubendichtmittel nicht vergessen). Unterdruckschlauch drauf, Benzinhahn auf, starten und fahren. Seither läuft die Twin ohne Macken.