Griffheizung & Regler

Mark Peter Schildmann´s Griffheizung und vom Enduro-Stammtisch Straubing dazu die Universal-Heizungsregelung

 

Warum? - An einem wunderschönen, später auch sicher lauen Maitag um 5:00 Früh, am Weg über den Wechsel, durch die Steiermark und Slowenien nach Trieste fielen mir bei satten +2°C fast die Finger ab. Ich wusste: so kann das nicht weitergehen - da muss sich was ändern!!! Mein Problem lag darin, dass ich die dicken Winterhandschuhe nicht drei Wochen durch Griechenland im Gepäck haben wollte. Temperaturmäßiger Knackpunkt ist ja eben mal die nächtliche Anreise zur Fähre. Beim Stöbern im Internet und Studieren der diversen angebotenen Systeme (Heizgriffe, beheizte Handschuhe, Griffheizung, ...) bin ich eben auch auf dieses Produkt gestoßen.

Mir gefiel das Prinzip der im Lenker eingebauten Heizpatronen. Wegen den an konventionellen Heizgriffen mehr oder weniger frei fliegenden Kabelanschlüssen und dem Problem, dass eventuell der Widerstandsdraht im Griffgummi mal Schaden nehmen könnte habe ich mich für diesen Typ Heizung entschieden.

Zuerst müssen die angenehm weichen Moosgummi-Griffe herunter, die sind angeblich nicht geeignet für diese Art Heizung. Als Ersatz habe ich nun die SuperGrip-Gummis vom HG. Sind auch relativ weich und sehr griffig. Die Lenkerendgewichte müssen aus dem Lenkerrohr entfernt werden, was sich als etwas schwierig herausstellt. Die Dinger schnappen etwa 10mm vor den Lenkerenden in jeweils zwei kleinen Löchern ein und sitzen so auch noch ziemlich fest. War eine etwas mühsame Sache. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich der Gasgriff demontiert, die Hülse und sein Innenleben gesäubert und leichtgängig gemacht. Jetzt flutscht er wieder wie ein neuer! Damit die Patronen später auch halbwegs zügig (mit Hammer und Holzstück) ins Rohr gehen, muss erst die Schweißnaht im Lenkerrohr weggefeilt werden. Über die Position der Bohrung in der Mitte des Lenkers hab ich auch länger nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass es keine sinnvolle Alternative dazu gibt.

 

Im Lieferumfang: Die beiden 26 Watt - Heizpatronen (meine aber mit M6-Gewinde, für die Lenkerendgewichte), komplett mit allem erforderlichen Kleinmaterial

 

So kommen die Kabel durch den Knickschutz aus dem Lenkerrohr

 

Ich habe die Patronen etwa 10mm tief ins Lenkerrohr eingetrieben, damit ich nach dem Einkleben (mit dem mitgelieferten 2-Komponenten-Kleber) die Endstücke der Lenkerendgewichte, mit dazwischen beigelegten Gummischeiben, wieder daran festschrauben kann.

Die neuen Griffgummis und die selbstgestanzten Gummibeilagen zum Lenkerendgewicht

 

Da das Ganze nun auch "verwendbar" sein soll und nicht nur die Stellungen "lau" und "heiss" kennt (mit dem mitgelieferten Schalter wird zwischen seriell / 25% und parallel / 100% umgeschaltet), hab ich mir über den Enduro Stammtisch Straubing den stufenlosen Heizungsregler dazu gekauft. Das Ding kommt fertig vergossen und braucht nur mehr verkabelt zu werden.

Im Lieferumfang: Regelung und Poti, komplett mit allem erforderlichen Kleinmaterial

 

Grundsätzlich kann man das nun so schon fertig verkabeln, anschließen und losheizen. Mir gefiel daran aber nicht, dass möglicherweise durch Unachtsamkeit meinerseits oder Böswilligkeit andererseits meine Batterie den Geist aufgeben könnte; irgendwie musste das Ding noch „geschützt“ werden. Durch das Einbinden von Zündung einerseits und Ölkontrollleuchte andererseits sollte diese Fehlerquelle auszuschließen sein.

Dazu verbaute ich zwei Relais in Serie: das Erste schaltet durch, wenn die Zündung „ein“ ist und das Zweite wenn die Öldruck - Kontrollleuchte „aus“ ist. Damit ist gewährleistet, dass die Heizung nur dann Strom zieht, wenn der Motor läuft. So sollte es auch sein. In die Zuleitung, die direkt von der Batterie kommt, hab ich noch einen Sicherungshalter (20A) eingebaut. Die Leitung habe ich mit Steckverbindern versehen, damit ich jederzeit einfach alles wieder abnehmen und modifizieren könnte. Ebenso die Weiterleitung zum GPS-Strom und zur Bordspannungssteckdose. Leider sind diese Modellbaustecker (Tamyia) vom Elektrobastler - für diesen Zweck! - halbwegs Mist; die Japanstecker kosten zwar etwas mehr, sind aber unvergleichbar robuster und praktischer.

Der (mein) Sinn von ZWEI Relais:

Nur ein Relais an der Zündung: Strom wäre auch an der Heizung, wenn die Zündung EIN, der Motor aber AUS ist.
Nur ein Relais am Öldruck: schaltet den Strom ebenfalls auch durch, wenn der Motor AUS ist, da der Öldruckschalter noch nicht „aktiv“ ist.

Hier sieht man die beiden noch nicht fertig verkabelten Relais, die daneben rechts bei der Öldruck - Kontrollleuchte eingebunden werden (schwarz = Zündungsplus, blau / rot = geschaltene Masse zum Öldruckschalter). Das erste Relais, das mit der Zündung schaltet, kommt zwischen Zündungsplus und direkt auf Masse (Zündung EIN schaltet durch). Das Zweite, das über den Öldruck schaltet, kommt am Öldruck-Lämpchen zwischen Zündungsplus und geschalteter Masse (Lämpchen AUS schaltet durch).

Das Poti und die Elektronik (inklusive einer Led, die das Pulsen anzeigt) in einem wasserdichten Euromas-Gehäuse verbaut.

 

Tataa - fertig angebaut!

Erster Test: Heizung funktioniert und kein Kabel qualmt! Bei +7°C und dünnen Sommerhandschuhen sind 2/3 Stellung nach kurzer Zeit zu warm; nach dem Aufheizen reicht 1/3 Stellung für warme Hände.

Am 7. Mai 2005 kann sich die Heizung dann bewähren: da geht’s um 2:00 Früh 600km über Kärnten nach Venedig und ich gehe davon aus, dass es da noch seeeehr kühl sein wird.

Erfahrungsbericht folgt