die "wo ist denn nun die Sonne hin ... ?" - Tour

23.8. - 13.9.2003

Robert: Honda Africa Twin XRV750 Bj. 00
Doris: Sozia
Jack: Honda Transalp XL600V Bj. ´93

Samstag, 23.8. Wien - Trieste 505km

03:00 Abfahrt in Floridsdorf, keine Verzögerungen
09:00 Grenze SLO/ITA; viel los, für den Übertritt und die letzten 20 km zum Hafen benötigen wir fast 2 Stunden. Das Mopped parken ist eine schweisstreibende Arbeit! Im 2. Untergeschoß, heiss, stickig, eng und verwinkelt.
11:15 Kabine bezogen. Hundemüde.
15:00 (griechische Zeit) die El. Venizelos legt mit 2 Stunden Verspätung ab.
Tickets: ANEK € 480,- (2 Personen, A2 und das Mopped)

 

Sonntag, 24.8. Igoumenitsa - Monodendri 124km

MIt 2 Stunden Verspätung, um 16:45, kommen wir in Igoumenitsa an. Bis hier her strahlend blauer Himmel und hier, landeinwärts über den Bergen, hängen tiefe schwarze Wolken - wie gewohnt. Nach etwa 90 Minuten haben wir unsere Moppeds aus dem letzten Winkel im Bauch der Fähre befreit und los gehts - ungefähr 500m weiter, kaum aus dem Hafen, blitzt und donnert es und das Gewitter geht los. Also kehren wir gleich hier am Hafen im "Knossos" ein; Gyros me Pitta und Coca. Nach dem Ende des heftigen Gusses hinein ins Regengewand und ab die Post. Bis Monodendri hört es ncht mehr auf zu regnen, was sich natürlich auf die Fahrgeschwindigkeit niederschlägt. Aber man kann hier im Regen sowieso nicht vorsichtig genug fahren: fünf Verkehrsunfälle auf den 90km bis Ioannina verdeutlichen dies. Zum Glück alles nur Blechschäden.
In Monodendri dann kein Zimmer im Hotel Vikos für uns, also hinüber zum Hauptplatz und in die Pension Monodendri; ein uriges Zimmer im traditionellen Stil, hundert Jahre alt, mit 1,6m "hohen" Türen und Skorpionen im Bad...
Zimmer: € 30,- Frühstück 5,-

 

Montag, 25.8. Monodendri - Eptachorio 166km

Wir schauen uns bei Kipi die alten Brücken an und fahren weiter nach Tsepelovo. Ein nettes kleines Dorf mit einem gepflegten, sauberen, attraktiven Hauptplatz, wie eine Bühne. Ab hier gehts auf Schotter bis Eptachori. Schon mittags wissen wir, dass wir unser Tagesziel Kastoria bzw. Prespa, noch weiter nördlich, nicht erreichen werden. Die Schotterstraßen wechseln sich mit Waldwegen ab und es geht nur langsam dahin. Auch ist die Vielzahl der Wege nicht in der Karte eingezeichnet und so ist es trotz GPS nicht immer möglich, die richtige Route auf Anhieb zu finden. Nach einer kleinen Zusatzrunde durch die nordgriechischen Wälder stimmt die Richtung dann aber doch wieder. Leider kommt es wieder, wie es kommen muss; Jack legt sich nieder, schliddert ein paar Meter harmlos dahin - bei kaum 30 km/h auf Schotter - und rutscht dann wie in Zeitlupe parallel zu seinem Mopped über die Kante am Straßenrand die 45°-Halde hinunter. Ungefähr 15m tiefer kommen beide zum Stillstand; Jack staubig und zum Glück unversehrt, die Transe kopfüber, schön verbogen und verbeult, mit viel lockerem Plastik dran. Da kommen wir ohne fremde Hilfe keinesfalls weiter. Ein vorbeikommender PKW (übrigens das erste Fahrzeug seit mittags!) verständigt im Dorf Eptachori die Feuerwehr, die auch wenig später mit zwei Autos kommt. Winde? Gibt´s keine; Hanfseil am Löschfahrzeug, über die Anhängekupplung des Pickups umgelenkt - die Schlaufe schön geölt, damits leicher geht - und horuck, gleich drauf steht die lädierte Transe auch schon wieder am Weg heroben! Die Feuerwerker sind so gut drauf und hilfsbereit, waschen auch noch mit Strahlrohr und Druck den Dreck vom Mopped; langsam und vorsichtig, den Schreck noch in den Knochen steckend, fahren wir die letzten 1,5km nach Eptachorio, wo wir im Zeughaus mit Eiskaffee, Kuchen von der Mama, Tomaten, Brot und Käse "erstversorgt" werden. Rasch ist auch noch ein Privatzimmer gefunden; wir sind alle hundemüde und fallen bald wie tot in unsere Betten.
Zimmer mit "Bad" und WC am Gang € 20,-

 

Dienstag, 26.8. Eptachorio - Psarades 161km

Frühtemperatur: 12°C! brrr!
Wir bauen die Verkleidung ab, schrauben, biegen und kleben und bald sieht das Mopped wieder (fast) wie neu aus... Es wird mittags, bis wir wieder losfahren können. Vormittags knallt die Sonne erbarmungslos herunter, aber als wir uns auf den Weg machen, zieht es zu und wird immer wieder ziemlich schwarz. Durch schöne Landschaft geht es über unzählige Kurven richtung Neapoli. Zwar schön zu fahren, aber keine spektakuläre Landschaft. Nach kurzer Kaffeepause geht es weiter nach Kastoria. Die Stadt liegt ganz hübsch am See und wir fahren die Uferstraße um die Halbinsel entlang; wirklich ganz schön, wenn man aus dem Zentrum heraussen ist. Viele nette, kleine Plätzchen aber leider nichts zum baden - der See ist eine einzige Alge. Weiter gehts richtung Prespa-Seen, um 16:00 sind wir am Ziel und wenige Minuten später schüttet es in Strömen... Super Zimmer um € 35,-! Kaum ist der Regen vorbei, trotten schon wieder die Kühe durch die schmalen Gassen. Gemütliches Abendessen, morgen gehts weiter nach Salonoki; die Wetterlage lässt keinen Ruhetag hier zu, ausserdem ist wegen des niedrigen Wasserstandes baden sowieso nicht möglich.

Hotel, sehr schöne Zimmer, € 35,-

 

Mittwoch, 27.8. Psarades - Porto Koufo 369km

Um 8:00 weckt mich das Geschwätz der Kühe, die auch schon wieder durch die Gassen ziehen; rasch sind wir fertig und abfahrbereit. Nur leider ist hier um diese Zeit nirgendwo ein Kaffe zu bekommen - scheinbar hat hier alles wegen Reichtum geschlossen. Nichtmal die Tatsache, dass wir vor seiner Tavernentüre stehen, hält unseren Wirt davon ab, seine Autowäsche zu unterbrechen. Na gut, dann fahren wir eben los, werden schon ein Plätzchen finden, wo wir unser Geld loswerden dürfen...
Tief und schwer hängen die schwarzen Wolken über dem See und den Bergen. Überall immer wieder Militär, die Grenze zu Albanien und FYROM verläuft hier mitten durch den See.
Kaffee und Käsekuchen in einer kleinen Taverne, irgendwo zwischen den kleinen Ortschaften.
Und so fahren wir über Florina, vorbei am Pisoderi-Schigebiet (1600m/16°C) - ich sehe meinen ersten griechischen Sessellift - vorbei am Vegoritida-See, von dem wir aber nicht viel sehen, durch immergrüne, dicht bewaldete Landschaft bis Edessa. Hier bleiben wir nicht lange, aber der Wasserfall mitten in der Stadt ist einen Besuch wert. Viele griechische Touristen, ein bisschen herumspazieren und schon gehts wieder weiter, es warten heute noch einige Kilometer auf uns. Bis Saloniki machen wir nur beim antiken Pella halt, aber die Ausgrabungen besuchen wir nicht, denn die paar Säulen und die wenigen Mauerreste kann man auch gut durch den Zaun, von der Straße aus, sehen. In Giannista halten wir beim (wirklich!) freundlichen Honda-Händler, dort bekomme ich auch ein Ersatzvisier für meinen Nolan um € 25,-. Dann kommt Saloniki - heiss, stickig, Verkehr. Wir haben Glück und treffen auf Anhieb die richtige Route zu und auf die (nicht mehr enden wollende) Stadtautobahn. Nach 40 km halten wir an einer Tankstelle und machen Kaffeepause - das Verkehrsmonster liegt nun hinter uns.Schnell haben wir uns darauf geeinigt, bis ganz in den Süden von Sithonia durchzufahren und letztendlich beginnt es auch wieder zu regnen. Die Sonne haben wir heute ohnehin nur kurz gesehen. Langsam werden die Straßen wieder schmäler und der Verkehr weniger. Um 19:00 erreichen wir Porto Koufo und finden auch bald Zimmer, am Ende des Strandes, mit schönem Blick auf die Bucht.
Eine Taverne in der Nähe sieht urig aus, ist mir aber zu "restaurantmäßig", auch von den Preisen, obwohl das Essen ausgezeichnet ist.

Hotel Pallas / € 35,-

 

Donnerstag, 28.8. Porto Koufo - Sommer, Sonne, baden

...und Wäsche waschen. :-)

 

Freitag, 29.8. Porto Koufo - Thassos 275 km

9:00 Abfahrt Richtung Kavalla. Die Ostküste von Sithonia bietet endlose Sandstrände, die am Berg entlang führende Straße tolle Ausblicke. Im Dunst kann man schemenhaft den Berg Athos erkennen. Pirgadikia ist ein nettes kleines Nest, Ouranupoli lassen wir links liegen und machen erst in Asprovalta wieder Pause. Durchwegs schöne Küstenlandschaft.Je näher wir zu Kavalla kommen, desto "autobahnmäßiger" wird die Straße und das Fahrverhalten der Griechen. Die letzten Kilometer fahren wir deshalb ab und auf der schmalen Nebenstraße. Am Hafen angekommen erkennen wir, dass unser Fährplan nicht stimmt und wir schon in 30 min eine Fähre haben - somit fällt der Besuch der Altstadt aus. Nach einer Stunde auf See gehen wir in Prinos von Bord, jetzt sind es nur noch etwa 30 km bis Skala Potamia.
Die Begrüßung von Sofia und Babis fällt nach über sieben Jahren überaus herzlich aus, was mich sehr freut. Leider gefällt mir der Ort überhaupt nicht mehr. "Tourismus pur" erscheint mir nicht mehr ausreichend...
Aus der Pension mit 8 Zimmern wurde ein 3stöckiges Hotel mit Zubau am Hang und 30 Zimmern. Auch ist das ganze Umfeld verbaut, das "O Pontios" lag früher so schön abseits, alleine. Nach dem nach wie vor guten Essen spazieren wir in den Ort, an den Hafen und Richtung Strand, machen aber schon nach wenigen Minuten kehrt. Es ist einfach nicht auszuhalten, wieviel hier los ist. Von allen Seiten wird man mit Musik - nichts griechisches - beschallt und es geht z wie auf einem Jahrmarkt. Ist wohl ein schlechter Versuch gewesen, ein schönes Plätzchen wiederzufinden.

Zimmer mit AC, schönem Meerblick und Frühstück € 39,-

 

Samstag, 30.8. Baden!!!

Kinira: schmaler Kiesstrand, kaum Schatten, schönes Wasser
Paradiso: hoffnungslos überlaufen; Aufenthaltdauer <1min
Aliki: kleiner, aber sehr netter Strand; gemütliche Taverne, wider Erwarten günstige Preise
Buchten: vor Aliki und bei Agios Ioannis

Abendessen in der (ehemals kleinen & feinen) Taverne "Ta Platania" 3km ausserhalb von Skala Potamia; wurde etwas "erweitert"; das Essen (Kokoretsi, Lamm, Gyros) ausgezeichnet, aber nicht billig; abends gut gefüllt, ausschließlich griechisches Publikum.

 

Sonntag, 31.8. Inseltour 120km

Von Skala Potamia gehts nach Süden. Unterwegs machen wir beim KLoster Archangelou halt, wo man leider mittlerweile nicht mehr fotografieren darf. Der Ausblick von der Terasse ist aber immer noch gleich beeindruckend. In Limenaria gibt´s dann noch ein kühles Frappee um die Kleinigkeit von € 2,50 und ab hier nur mehr Schotter. Durch Olivenhaine gehts aufwärts und viele Schafe neben und auf der Straße. Und die, die mitten am Weg liegen, machen auch keine Anstalten zur Seite zu gehen, wenn wir mit unseren Moppeds daherkommen - bleiben einfach stur liegen. Bis oben nach Kastro bieten sich immer wieder tolle Ausblicke. Mittlerweile wurde aus dem Haus neben der Kirche eine kleine Taverne und Kostas erzählt uns aus seinem Leben, während wir Fisch und Salat genießen. Er zeigt uns auch noch das Innere der schönen Kirche, die am 18. Jänner Namenstag feiert und versorgt uns auch noch mit der einen oder anderen (wahren? erfundenen?) Geschichte. Was solls, wir genießen die Abgeschiedenheit hier heroben und hören auch sehr gerne zu. Nachdem wir uns auch noch das Gebeinehaus angesehen und die herrliche Ruhe auf uns einwirken lassen haben, machen wir uns weiter auf den Weg zum Ipsarion, den mit 1200m höchsten Gipfel der Insel. Leider verpassen wir eine der unzähligen Abzweigungen und so kommen wir nach 40 km teilweise heftigem Schotter am Profitis Ilias, dem zweithöchsten (1100m) Gipfel an. Von hier hat man aber auch eine grandiose Aussicht, Limenas liegt wie eine Spielzeugstadt unter uns und am Horizont im Dunst kann man Keramoti erkennen. Die Abfahrt nach Mikro Kazaviti ist schon sehr anstrengend, die Hitze und die schlechte Straße fordern uns. Dafür schmeckt das Cola am Hauptplatz, im Schatten der riesigen Platanen, umso besser. Dieses kleine Dorf mitten im dichten Wald ist einfach immer wieder einen Besuch wert.
Ab hier gehts wieder auf asphaltierter Straße über Prinos und Limenas zurück nach Skala Potamia. Wir sind geschafft und verschwitzt, aber es war trotzdem ein sehr schöner Tag.

 

Montag, 1.9. Baden

... in der Kiesbucht bei Aliki

 

Dienstag, 2.9. Inseltour

Limenas: Spaziergang zum Amphitheater; Mittagessen mit den Kalasidis´ (Lamm) und danach über Makriammos zum "Marmorstrand" Vathi - ganz toll! Weisser Strand, türkises Wasser und nur eine Hand voll Leute, die aber nach und nach wieder verschwinden, bis die Bucht uns alleine gehört. Zurück gehts der Küste Richtung Süden entlang, sehr schlechter Fahrweg. Noch ein Joghurt mit Honig im Cafe Vigli, mit schönem Blick auf den Chrissi Ammoudia, dann über Panagia wieder zurück ins "O Pontios".

 

Mittwoch, 3.9. Inseltour 150km

Potos - Theologos - Maries - Ag. Panteleimoni - Kazaviti

Schon am Morgen ist es bedeckt und kühl und daran ändert sich auch den ganzen Tag nichts. Vormittags spazieren wir durch Theologos, einmal rauf und wieder runter. Das Dorf hat sich kaum verändert, ausser dass manche der alten, interessanten Steinhäuser verschwunden oder durch hässliche Betonskelette ersetzt worden sind.
Nach Kaffee und Käsetascherl versuchen wir, über die Straße am oberen Ortsende nach Kastro und weiter nach Maries zu fahren. Der Weg wird immer anspruchsvoller und schwieriger und eigentlich stimmt die Richtung auch nicht, denn wir kommen immer weiter nach Nordosten. Ziemlich überraschend stehen wir an einem Kamm und haben einen tollen Ausblick auf die Bucht und den Golden Beach. Wir sind, ohne es zu wollen, bei der Kapelle des Profitis Ilias angelangt. Weiter gehts hier nicht und so müssen wir wieder retour. Zurück in Theologos finden wir dann auch die richtige Ausfahrt, aber die dichten dunklen Wolken halten uns davon ab, durch die Berge nach Maries zu fahren. Wir nehmen lieber die Straße über Potos und Limenaria. Schnell sind die Kilometer heruntergespult und wir sitzen am alten, urigen Hauptplatz in Maries. Dieses Dorf ist vom Tourismus bisher scheinbar übersehen worden!
3km weiter, über eine gute Schotterstraße erreichbar, liegt der Stausee; klein, vom Wassermangel arg in Mitleidenschaft gezogen wird nichts aus dem erwarteten Badespaß. Auch die kleinen Wasserfälle sind nicht vorhanden, nur am üppigen Grün kann man den Lauf des Wassers erahnen. Hier sollte es im Frühjahr aber ganz schön sein! Wir spazieren ein wenig herum und machen uns wieder auf den Weg; da die Schotterstarße gut befahrbar ist, behalten wir die Richtung nach Norden bei. Durch dichten Wald geht es immer weiter bergauf, durch schöne Landschaft, vorbei an Marmorsteinbrüchen, bis wir in die kahle Ecke von Thassos kommen. Hier sieht es stellenweise aus wie auf einem fremden Planeten - entwurzelte und abgebrannte Bäume, tiefer Sand (!) und Felsplatten wechseln sich ab und so geht es bis zum KLoster Ag. Panteleimoni. Als wir einen Blick durch die verschlossene Gittertüre werfen werden wir von einem Mann freundlich aufgefordert, doch einzutreten. Uns wird von einer Nonne das Kloster gezeigt, wir spazieren durch den Garten und dann führt man uns durch eine Felsspalte neben dem Kloster in eine kleine Höhle. Tief gebückt gehen wir durch die mit Kerzen und Altärchen geschmückte Höhle in deren letzten Winkel, wo man schon fast auf den Knien vorwärts rutschen muss - ganz hinten verbirgt sich ein kleines, wassergefülltes Becken zwischen den Tropfsteinen und alle drei trinken wir aus dem uns gereichten Schöpfer, denn das Wasser hat dank Ag. Panteleimonis, der ja Heiler war, wundersame Kräfte. Noch beeindruckt von dieser Prozedur werden wir in den Aufenthaltsraum geleitet und bekommen Süssigkeiten und griechischen Kaffee serviert.
Von hier gehts wieder bergab, über Kazaviti an die Küstenstraße und zurück nach Skala Potamias. Die letzten Kilometer fahren wir nun doch endlich wieder im Regen, bisher sind wir den ganzen Tag den dunklen Wolken immer wieder knapp entkommen.
Den Abend verbringen wir, etwas fröstelnd aber doch gemütlich, in der Taverne. Es regnet die ganze Nacht.

 

Donnerstag, 4.9. Panagia & Limenas

BRRR! Arschkalt und Regen! Aber es lockert rasch auf und nach dem Frühstück gibts wieder blauen Himmel und ungetrübten Sonnenschein.
Wir fahren nach Panagia und spazieren im Dorf herum; durch die schmalen Gässchen rauf und runter, in die Kirche, zu den Quellen. Sehenswert. Weiter fahren wir nach Limenas und verbringen den Nachmittag mit flanieren, Kaffee trinken, am alten und am neuen Hafen sitzen und das Treiben beobachten. Ein sehr gemütlicher und erholsamer Tag. Dimi´s Vater, Konstantin, habe ich in seiner Kanzlei nicht angetroffen, denn seit er der "Inselhäuptling" von Thassos ist, ist er kaum mehr im Notariat in Limenas. Ich telefoniere mit ihm und wir werden uns Treffen (daraus ist aber dann leider doch nichts geworden).

 

Freitag, 5.9. Inseltour 127km

Limenas - Maries - Ipsarion - Rachoni

Heute sind wir über Limenas nach Maries gefahren, damit wir die Westküste auch zur Gänze gesehen haben. In Skala Maries machen wir Kaffeepause, es ist schon mittags und die Sonne kann es heute wieder ganz schön. Dieses Dorf ist ein nettes, kleines Plätzchen, Touristen sehen wir nicht viele und es macht noch einen ruhigen Eindruck.
Wir fahren weiter, durch Maries, wieder am Stausee vorbei, bis zum Abzweig "Ipsarion 12km". Ab hier geht es kurvig bergauf, bis wir am höchsten Punkt der Insel, dem Ipsarion (1205m), angelangt sind. Der Ausblick von hier oben ist schlichtweg grandios. Man überblickt die ganze Insel, sieht fast überall bis zur Küste; Limenas, Panagia, Potamia, der ganze Golden Beach und in den Bergen westlich von uns Kastro. Im Norden Kavalla und Keramoti, im Osten Samothraki, weiter nach Süden im Dunst Limnos, etwa 80km entfernt. Im Westen dann die Athos-Halbinsel mit dem hoch aufragenden Berg Athos.

 

Samstag, 6.9. Vathi

Etwas windig und im Schatten kühl, aber in der Sonne wunderbar! Die dicken Wolken bleiben immer brav über den Bergen hinter uns und so verbringen wir einen schönen Badetag am Marmorstrand.
Abends waren wir mit dem Taxi in der Taverne Drosia in Rachoni. Hier gibt es immer am Wochenende Musik und Tanz; leider ist das Ganze zu einem Touristenspektakel verkommen. Das Lokal gerammelt voll mit Gästen, die mit Autobussen heran gekarrt werden, Service und Angebot dementsprechend mickrig. Naja. Vielleicht hätten wir den Abend doch ein bisschen genossen, wenn es nicht auch noch so furchtbar kalt gewesen wäre - windige 15° sind auch im September etwas wenig. Um mitternacht leert sich das Lokal schlagartig, ab gehts in die Busse und zurück zu den Hotels. Jetzt gehört das Lokal uns und den wenigen Einheimischen; wir sind aber auch schon am Aufbruch, es ist uns einfach zu kalt.

Taxi hin (ohne Taxometer) € 20,-
Taxi retour (mit Taxometer) € 15,-

Um fünf Uhr Früh weckt mich der heftige Regen...

 

Sonntag, 7.9. Inseltour 110km

Limenas - Sotiris - Kallirachi - Skala Maries - Limenaria

Letzter Tag hier auf Thassos, zum Baden ist es wieder einmal zu kalt; also nochmal rund um die Insel, es gibt ja noch viel zu sehen.
Zuerst nach Limenas, den Fahrplan der Fähre nach Keramoti in Erfahrung bringen; dann noch ein wenig durch die Stadt spazieren und die spärlichen warmen Sonnenstrahlen genießen.
Danach fahren wir nach Sotiris, einem kleinen, ursprünglichen Dorf und spazieren zwischen den wie Schwalbennestern am Hang liegenden Häusern herum. Viele verfallen oder ziemlich desolat, manche schon sehr schön renoviert und andere werden gerade wieder hergerichtet. Alles in allem ein sehenswertes Dorf, abseits vom Tourismus. Nächste Station ist Kallirachi, wo wir uns aber nicht lange aufhalten. In Skala Maries finden wir ein nettes Plätzchen am Strand, die beiden Tischchen des Kafenions stehen im Sand, im Schatten einer großen Tamariske. Uns gefällt es hier sehr gut und obwohl man an der Zahl der Lokale schon merkt, dass man sich hier auf Tourismus einstellt, ist es noch angenehm ruhig. Von hier weiter, der Ostküste entlang zurück nach Skala Potamia, fahren wir einfach jede Siedlung und jede Bucht an, halten an vielen Aussichtspunkten und genießen immer wieder den schönen Ausblick über Küste und Meer. So umrunden wir Thassos ein weiteres mal auf gemütliche und entspannende Weise.
Den Abend verbringen wir bei gutem Essen und Wein in Babi´s Taverne, aber auch heute wird es rasch wieder kühl und so fällt es uns leichter, uns auf den morgigen Abschied einzustimmen.

 

Montag, 8.9. Thassos - Pirgadikia 220km

7:30 Tagwache, packen; heute soll es bis Asprovalto oder Pirgadikia gehen. In der Nacht hat es natürlich wieder heftig geregnet.
Die Fahrt entwickelt sich zur Flucht vor dem Regen. Typisch griechischer Verkehr auf der Küstenstraße - hauptsächlich Irre unterwegs. Vielleicht ist die viele Sonne daran Schuld. In Asprovalto holt uns endlich der Regen ein, somit sind wir zur sowieso schon längst fälligen Zwangspause vergattert. Weiter bis Pirgadikia, einem eigentlich netten, kleinen Nest. Zimmersuche etwas schwierig, alle scheinen wegen Reichtum geschlossen zu haben. Auf der Platia am Hafen ist eine Bühne aufgebaut, ein Fest zu Ehren des Namenspatrones findet statt. Ausschließlich einheimisches Publikum lässt gute Stimmung erwarten; Leider setzt bei Beginn des ersten Liedes auch wieder der Regen ein, was die Veranstaltung vorzeitig beendet. Den Abend verbringen wir in einem kleinen Lokal, wo das Essen aber gut und günstig ist (Tsipuro & Meze für 2 Personen - je annähernd 1/8 Schnaps im Limo-Glas und eine Vorspeisenplatte, die auch als Hauptspeise durchgehen würde - € 4,-!). Nebenan wird musiziert, gegenüber getanzt - trotz des Regens ein sehr gemütlicher und netter Abend.

Zimmer € 30,- und Scheisse; alles alt & kaputt, eine Frechheit.

 

Dienstag, 9.9. Pirgadikia - Ag. Dimitrios 251km

Bis auf das Teilstück Arnea - Paleokastro ist die Strecke durch das zentrale Halkidiki ein Streichposten; landschaftlich öde, einfach nur langweilige Kilometer und zusätzlich immer dunkle, schwere Wolken über uns. Der Abstecher über Taxiarchis ist hingegen sehr schön und empfehlenswert; kurvige Bergstraße durch dichten, urwaldähnlichen Wald, die Straßenränder verschwinden richtig unter den üppigen Farnen.
Danach weiter, bis Saloniki, über die Ringroad und bis Katerini, unserem planmäßigen Tagesziel, immer das selbe Bild: langweilige, autobahnähnliche Straßen ohne Reiz. In Katerini dann Schock total: hier sieht es aus wie Rimini x Caorle! Es dauert nur wenige Worte lang und wir sind uns einig, dass wir hier nicht nächtigen werden. Nicht einmal die tiefen, schwarzen Wolken im Landesisnneren und der blaue Himmel hier können uns zum Bleiben bringen. Nördlich am Olymp vorbei, fahren wir durch immer bergiger werdende, grüne Waldlandschaft bis Ag. Dimitrios und finden auf Anhieb schöne Zimmer, billig ausserdem :-)
(ich bin mir bezüglich des Preises nicht sicher, ob wir uns gegenseitig auch wirklich verstanden haben; die Zimmer sind in der Nebensaison mit je € 70,- angeschrieben und uns sollten sie gemeinsam € 50,- kosten; der Strom und das Warmwasser muss erst wieder in Betrieb genommen werden, und nach einer halben Stunde gibt es herrlich heisse Duschen für uns). Wir sind froh, weiter gefahren zu sein, hier sind wir die einzigen Gäste hier.

Hotel: ausgesprochen schön, sehr gutes Essen; 2 Zimmer inklusive Frühstück € 50,-

 

Mittwoch, 10.9 Ag. Dimitrios - Metsovo 229km

Beim Frühstück kommt die Überraschung - beide Zimmer (die schönsten, die wir bisher hatten) - kosten inklusive Frühstück nur € 50,-!
Danach Abfahrt, entlang des Olymp-Massivs; leider hüllt sich der Berg dicht in Wolken, deswegen sehen wir nur grau in grau. Also einfach weiter fahren, Richtung Kalambaka, zu den Meteora-Klöstern. Zwischendurch zeigt sich einmal kurz die Sonne, die Wolken reissen auf und das gibt Hoffnung auf Besserung - aber daraus wird leider nichts. Die letzten Kilometer vor Kalambaka sieht es schon wieder schwer nach Regen aus. Wir fahren die Straße zu den Klöstern hoch und wie auf Befehl beginnt es zu regnen. So warten wir eine halbe Stunde unter einem Baum auf einem Parkplatz und beobachten die in Autobussen herbei gekarrten Touristen, die sich auf die von den Souvenirverkäufern angebotenen Schirme stürzen... Endlich hört es wieder auf, wir marschieren zum Kloster Vaarlam. - Im KLosterhof stehe ich neben dem Fahnenmast, da knistert die schlaff hängende Fahne und ich habe das Gefühl, als ob mir jemand durch die Haare streift. Kurz darauf nochmals, nun mache ich mir schon Gedanken... Als kurz darauf ein Blitz aus einem Meter Entfernung vom Mast auf mich überspringt, bleibe ich dem Ding ab sofort fern!
Später lässt der Regen etwas nach, wir fahren los Richtung Metsovo; leider kommen wir gerade mal bis kurz nach dem Ort, schon regnet es wieder stärker. Nach etwa 10km wird der Regen sto stark, dass ich bei 40 km/h absolut nichts mehr sehe ausser Wasser am Visier, also doch anhalten und abwarten. An einem Verkaufsstand am Straßenrand stellen wir uns unter, nass bis auf die Unterwäsche sind wir schon. Ich spüre, wie mir das Wasser innen in der Hose runter rinnt und in die Stiefel. Es hilft nichts, wir müssen los; als der Regen auf "normale Stärke" zurück geht, fahren wir weiter, Richtung Katara-Pass. Es reisst sogar wieder ein bisschen auf, aber wir sind so durchnässt, dass uns die Strahlen der Abendsonne auch nicht mehr erwärmen können. Immer höher windet sich die Straße hinauf, ab 1500m fahren wir in dichtem Nebel. Den Pass auf 1700m pasieren wir so schnell es geht, uns scheppern schon gehörig die Zähne, es hat hier nur mehr 11°. Bis Metsovo kriecht uns der kalte Nebel in alle Glieder, aber zumindest regnet es nicht mehr.
Zimmer suchen, heiss duschen, essen gehen und ab ins Bett. Leider sind die Heizkörper im Zimmer noch kalt, so muss ich meine Handschuhe über Nacht unter meinen Kopfpolster legen; am Morgen waren sie trocken, dafür hatte ich zwei riesige schwarze Flecken im Bett :-)

Kommentar von Doris: Wollt ich doch eigentlich den Fön zwecks Platzmangel in meinem kleinen Köfferchen daheim lassen, war ich doch jetzt sehr froh darüber, ihn mit auf die Reise genommen zu haben. Er half fleissig mit, unsere nassen Handschuhe zu trocknen ...

Hotel: DZ + Frühstück € 40,- Essen gut, aber € 47,- / 3 Personen

 

Donnerstag 11.9. Metsovo - Igoumenitsa 164km

Am Abend war es noch sternenklar bei Vollmond und 12°, irgendwann in der Nacht hat es dann heftig geregnet und am morgen haben wir ausser Nebel gar nichts mehr gesehen. Nach einer gut durchschlafenen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück fahren wir los. Bis Ioannina immer das selbe Bild: Nebel, tief hängende Wolken knapp über unseren Köpfen und immer wieder leichter Regen. Diese Strecke wäre so wunderbar zu fahren, 90km kurvige Bergstraße, immer an die 1000m Höhe und tolle Landschaft. Aber bei diesem Wetter...
In Perama, kurz vor Ioannina, besuchen wir die Tropfsteinhöhle - beeindruckend (eine der größten Schauhöhlen im mediterranen Raum). 1100m begehbar, 45 min dauert der Rundgang und ist wirklich sehenswert. Große Hallen wechseln sich mit schmalen Durchgängen ab, unzählige Stufen geht es hinunter und wieder hinauf. Alleine der steile Aufstieg zum Ausgang sind 163 Stufen... Wieder im Tageslicht, nichts neues zu sehen: strömender Regen. Von der Terrasse beim Cafe am Ausgang kann man schemenhaft die Stadt erkennen; Zwangspause, Kaffepause. Die nächste Regenunterbrechung nutzen wir und machen uns auf den Weg nach Igoumenitsa. Aus dem geplanten Ioannina-Besuch, der Boostfahrt zur Insel und dem gemütlichen Essen am See ist leider nichts geworden, wir haben unsere Zeit hier verwarten dürfen.
Die 90km bis Igoumenitsa bleiben wir trocken, das Wetter wird mit jedem Kilometer besser. Und am Hafen angekommen, strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Unterwegs sind wir noch in einer kleinen Psistaria eingekehrt, in einem Dorf mit etwa zwanzig Häusern; und es bestätigt sich wieder einmal: abseits vom Tourismus steigt die Qualität der Speisen merkbar und die Preise sinken deutlich.
Ausserdem haben wir einen lustigen, aber typischen Autounfall gesehen: ein PKW fährt in einer flotten Linkskurve geradeaus auf die Betonbegrenzungen auf und bleibt mitten auf der Bodenplatte, wie auf einer Wippe, hängen. Dahinter gehts aber ganz schön in die Tiefe, also eigentlich noch riesig Glück gehabt.

Verpflegung für die Fähre eingekauft, gemütlicher (längerer...) Abend in einer Seitengasse und den Urlaub geistig abgeschlossen.

Zimmer € 35,- im Hotel Egnatia; alt, aber ok.

 

Freitag, 12.9. Igoumenitsa - Trieste

5:45 Tagwache, nach einer sehr kurzen Nacht etwas mühsam; schnell haben wir unsere sieben Sachen beisammen, nebenan beim Bäcker noch Frühstück besorgt und schon sind wir am Hafen.
8:05 pünktlich legen wir ab, obwohl die Fähre erst nach 7:00 eingelaufen war; aber es ist nicht besonders viel los gewesen.

Sonnenschein bei ziemlich starkem Wind, halbwegs hoher Wellengang (~4m) und die Gischt weht auch noch ganz oben übers Deck 11 hinweg. Wir werden etwa eine Stunde verspätet ankommen, wegen des Seegangs; also etwa um 9:00 Ortszeit (26 Stunden Fahrzeit).

 

Samstag, 13.9. Trieste - Wien 505km

Die Überfahrt ist ganz normal abgelaufen; Sonne und Wolken wechseln sich ab, starker Wind lässt große Wellen seitlich gegen das Schiff klatschen (vereinzelte große kommen sicher an die 5-6 m Höhe heran).

Durch den etwas höheren Seegang haben wir wie erwartet eine Stunde Verspätung; dann dauert es noch eine gute Stunde, bis wir mit unseren Moppeds aus der Fähre raus sind und als wir schon fast startklar sind, fallen Jack die vielen weissen Punkte auf seinem Helm auf...

Diese Idioten haben doch glatt während der Überfahrt Malerarbeiten durchgeführt und unsere Fahrzeuge mit eingefärbt - diese sind über und über voll mit kleinen weissen Tupfen, die man aber erst aus der Nähe erkennt und mir in der Hektik und im Getümmel hier gar nicht gleich aufgefallen wären.
Also Suche nach dem Zuständigen/Verantwortlichen und Schadensmeldung/Bestätigung ausstellen lassen - ist ja nicht so schwer. Nur leider nicht hier - Fehlanzeige. Nach zweistündigem hin-und-her-geschickt-werden stellt sich klar heraus, dass der Staff Officer kein Interesse daran hat, uns auch nur irgendetwas zu bestätigen; wir könnten uns ja bei dem, der den Schaden verursacht hat, schadlos halten; also beim Maler... Mit Verdünnung wird fleissig gewischt, was sich aber auf Verkleidung und Metallteile beschränkt; Koffer und Sitzbank bleiben gesprenkelt (der Versuch mit Seifenwasser hat auch nichts gebracht, was die Griechen doch sehr überraschte...). Als man mir dann noch mit Olivenöl die Sitzbank einreiben will, reicht es mir. Wir haben ja noch 500km vor uns und das Wetter sieht auch nicht einladend aus.
Ein letztes Gespräch mit dem scheinbar einzigen vernünftigen Menschen vor Ort, Alex vom ANEK-Schalter; wir sollen uns an ANEK Ancona wenden. Abfahrt mit einer Wut im Bauch.
Bis Maribor ist die Fahrt ok. Danach wird das Wetter schlechter, Wolken und Nieselregen bis Graz. Ab hier schüttet es in Strömen, kaum mehr Sicht, mittlerweile ist es dunkel; mit 70 km/h auf der Süd unterwegs und arschkalt über den Wechsel. 12°, klatschnass und dann auch noch 10 km Stau... Ab Wr. Neustadt wird es wieder trocken, um 21:00 sind wir endlich wieder daheim.