Kosten: 4x Nächtigung und alle Ausgaben: € 270,-
Sprit und Maut: € 90,-
Stecke: 1580 km

Was wird mich immer an diese Reise erinnern: Dragostea tin tei von O-Zone, das ging mir all die Tage nicht aus dem Kopf :-)

3.7. Wien-Plitvice 498 km

Zeitig in der Früh, etwa 4:30, Abfahrt. Flott gehts bis zur Grenze, es ist kalt und teilweise nebelig am Wechsel; das ist aber eh nichts neues. Gibt es eine Jahreszeit, wo einem hier nicht alles einfriert??? Nein! An der Raststation Gralla gönnen wir uns eine aufwärm-Kaffee, dann weiter bis Maribor. Durch die Stadt im zähen Verkehr, leider ist ja auch Ferienbeginn, was uns aber komplett entgangen war und so plagen wir uns durch bis Zagreb. Da es aber immer "noch besser" kommen kann, genießen wir auch den ab Karlovac folgenden Stau, es geht jetzt wirklich -zig Kilometer nur mehr im Schritttempo dahin. In Slunj, einem kleinen netten Ort, der nur aus Fischteich und Bauernhäusern besteht, genießen wir eine ausgiebige Pause; mit dem Mopped kommen wir zwar viel flotter vorwärts als die Autos, aber das ist auch sehr anstrengend und Nervenaufreibend. Mal links, mal rechts vorbei, Gegenverkehr und immer wieder plötzlich ausscherende Pkw´s. Um 14:00 erreichen wir Plitvice und schnell ist ein Privatquartier gefunden. Das Wetter ist wunderbar, sonnig und sehr warm, und nachdem wir uns in gemütlichere Bekleidung umgepackt haben besuchen wir noch den Nationalpark, die Plitvicer Seen. Die Tageskarte kostet zwar € 15,- dafür kann man aber auf einem ausgezeichnet beschilderten Netz aus Wanderwegen, per Boot und mit einer Art Bus den Park kreuz und quer durchforsten. Wirklich beeindruckend schön, die Seen und Wasserfälle, die immer wieder auf Stegen und Brücken gequert werden. Um hier alles gesehen zu haben reicht ein Tag sicher nicht aus, zu weitläufig ist der Naturpark.

Zimmer mit Frühstück € 35,-


4.7. Plitvice - Krk - Valun, Cres 300 km

Wir genießen das Frühstück auf der Terrasse in der Morgensonne.
Gleich nach der Abfahrt, nach ca. 3 km, biegen wir rechts in einen Forstweg ein und fahren die folgenden 20 km durch die Ausläufer des Nationalparks. Uriger, dichter, märchenhafter Wald - einfach schön. Auf Nebenstraßen gehts dann über Otocac und Krasno Poljedurch die Berge, bis wir kurz vor Lisoc das erste mal aufs Meer hinunter sehen. Rab, Krk und Cres liegen vor uns.
Eigentlich wollten wir von Senj nach Baska übersetzen, aber die Fähre wird leider nicht mehr betrieben. Also bleibt uns nur der Weg entlang der Küste und im Norden über die mautpflichtige Krk-Brücke. Die Strecke ist ja auch nicht schlecht, aber eben ein nicht geplanter Umweg. Der Ausblick von der ca. 60m hohen Brücke ist schön und flott gehts durch Inselinnere Nach Süden, Richtung Baska. Dort leider eine herbe Enttäuschung; schon vorgewarnt von den vielen überfüllten, kostenpflichtigen Parkplätzen am Ortsanfang, empfängt uns ein touristisch koplett überlaufener Ort. Sofort wieder retour und nur weg hier, weiter nach Stara Baska. Dort ist aber leider nicht wirklich weniger los und auf die Zimmerpreise von € 40,- wird, bei nur einer Nächtigung, noch 30% Aufschlag verrechnet, also schon etwas happig für ein Privatzimmer ohne Frühstück und Dusche/WC am Gang. Irgendwie werden wir den Eindruck nicht mehr los, dass hier die totale Abzocke läuft, und unser Entschluss, nicht auf Krk zu bleiben, ist schnell gefasst. Obwohl es langsam an der Zeit wäre, ein Quartier zu finden, fahren wir wieder die halbe Insel retour nach Valbiska und nehmen die Fähre nach Merag auf Cres. Bald darauf sind wir im kleinen, aber aus der Fernsehserie "Der Sonne entgegen" bekannten Ort Valun, wo es uns auch ganz gut gefällt. Enge Gässchen, autofrei und verwinkelt, ein Kiesstrand gleich am Ortsende und nicht mal eine handvoll Lokale; deren sinds nur vier: ein Cafe, eine Pizzaria uns zwei Restaurants. Die Preise sind auch hier etwas abgehoben; über Nacht erhöht sich der Tarif für die Bootsmiete von ohnehin schon horrenden Kn 300,- (€ 43,-) auf Kn 350,-. So ist das eben mit Angebot und Nachfrage, wenn die Strände und Urlaubskassen prall gefüllt sind...
Trotzdem ist es noch relativ nett hier, am Abend gehen wir noch ein bisschen schwimmen, haben den Strand fast für uns allein und sehen uns später dann das EM-Finale Portugal - Griechenland (0:1) an.


5.7. Badetag

Vormittags am Strand gleich nebenan, nach dem "Mittagskaffee" wechseln wir zum schattigeren Kiesstrand am anderen Ortsende, was aber nur einen Fussweg von wenigen hundert Metern bedeutet. Hier ist es auch um einiges ruhiger. Valun ist ganz nett - 73 Einwohner, die zuvor schon erwähnte Vielzahl an Lokalen und zwei Einkaufsmöglichkeiten, von denen wohl keine die Bezeichnung "Supermarkt" zu Recht trägt; aber man kann sich natürlich schon mit allem notwendigen versorgen. Im Ort selbst besteht Fahrverbot ausser zum Zufahren, was aber leider (auf der ohnehin einzigen Straße) nicht wirklich befolgt wird. Schön ist, dass es keine Hotels gibt und somit keinen Schilder- und Reklamewald, sondern nur Privatzimmer, darum siehts hier auch nicht soo nach Tourismus aus; man wohnt hier "mitten im Dorf". Abends am kleinen Hafen ist dann schon ganz schön was los, denn viele hungrige Mäuler müssen gestopft werden; überall ists geschäftig, aber doch irgendwie ruhig. Dadurch, dass der Platz so klein ist, wirkt es hier wie auf einer Bühne, es herrscht eine eigenartige, aber angenehme Stimmung.
Eigentlich gibt es hier nur zwei Sachen, die mir nicht so gefallen: es ist mir ein bisschen zu viel los und die doch sehr überzogenen Preise.


6.7. Cres/Krk - Runde 141 km

In der Früh nehmen wir die Fähre nach Krk. Nach einem kleinen Abstecher in die Inselhauptstadt, um den Geldautomaten zu plündern, fahren wir in den nordwestlichen Winkel der Insel, in das kleine Dörfchen Glavotok. Hier ist man wirklich noch fast alleine, allerdings sind auch die Bademöglichkeiten um diesen nur aus wenigen Häusern bestehenden Ort ziemlich spärlich. Dafür ist es aber eben sehr schön ruhig. In der einzigen Taverne sind wir die einzigen Gäste, sehr angenehm. Nachdem wir Landschaft und Abgeschiedenheit ausgiebig genossen haben, fahren wir zurück zur Fähre; von Hafen kann hier ja keine Rede sein, das sind kleine Anlegestellen mit Cafe und Ticketschaltern. Um nicht wieder die Hauptstraße zu fahren, nehmen wir die schmale Zufahrt zum Ort Merag; eine verschlafene, kleine Siedlung. Und kurz danach ist auch die Straße zu Ende. Ein mit Natursteinen mehr oder doch eher weniger gut befestigter Fahrweg führt uns in den dichten Wald hinein und manchmal wirds ziemlich eng und holprig. Nach gut 7 km, viel zu früh schon, kommen wir wieder auf die Hauptstraße nach Cres. Wir fahren weiter Richtung Valun, biegen aber kurz davor nach Lubenice ab, einem kleinen, abgelegenen Bergdorf. Die Straße dorthin ist ganz neu und gut geteert, aber nur gerade eine Fahrspur breit und zu beiden Seiten fast durchwegs mit einer bis zu 2m hohen Natursteinmauer gesäumt. Etwas problematisch bei überraschendem Gegenverkehr, wie ich bei einem mit gut 50 Sachen entgegen kommenden Lkw bemerken musste! Voll in die Eisen und ab in den schmalen Grünstreifen zwischen Mauer und Asphalt - wären hier die Seitenkoffer dran gewesen, wären sie nun wohl nicht mehr dran gewesen - ein Köfferchen dem Lkw, das andere der Mauer... mir blieb gerade mal die Lenkerbreite übrig. Nix passiert.
Der Ort selbst ist idyllisch; ruhig und teilweise verlassen, wie ein Krähennest am letzten Zipfel oben, mit grandiosem Ausblick auf das ca. 360 m tiefer liegende Meer.
Wir spazieren durch das Dorf, genießen Kaffe in herrlicher Ruhe und machen uns wieder auf die Reise. 3 km nach Lubenice gehts links nach Valun und rechts zweigt ein kleiner Feldweg zum See ab. Seeehr einladend! Manchmal ziemlich steinig, gehts durch Wald und über Wiesen, immer am Kamm westlich des Sees entlang; den bekommen wir aber erst ganz am südlichen Ende zu sehen. Schöne Strecke durch unberührtes Hinterland. Nach ca. 15km kommen wir wieder auf Asphalt und zurück gehts nach Valun.
Da es heute sehr schön und auch sehr heiss war, gönnen wir uns noch ein Stündchen am Strand und im angenehm erfrischenden Meer.
Wir hatten nun 3 Tage wolkenlosen Himmel, aber nun bauen sich im Osten über den Bergen am Festland bedrohliche Gewitterwolken auf. Hoffentlich wird das morgen keine nasse Heimreise!


7.7. Cres - Wien 638 km

Zeitig in der Früh hat es kurz mal geregnet, aber als wir unseren Tag beginnen, ist es wieder schön sonnig und warm.
9:00 Abfahrt, nach Porozina, dem "Fährhafen" im Norden. Die Fähre verkehrt stündlich, und die um 10:00 aulaufende versäumen wir ums ar.......en - wir stehen am Ticketschalter und das Schiff legt ab. Die Stunde Wartezeit wird uns aber nicht zu lange; mit quatschen, schauen und Kaffee trinken vergeht die Zeit wie im Flug und schon sind wir Brestova, am Festland.
Bis Opatija gehts flott dahin, immer schön der Küste entlang; dann aber das selbe Bild wie auch hier daheim: km um km Baustelle, fast bis Rijeka, das wir aber nördlich umfahren. Wir wollen die Autobahn meiden, so lange es geht und fahren auf der alten Bundesstraße, entlang der slowenischen Grenze, durch wirklich schöne Wald- und Hügellandschaft. Stellenweise geht es fast auf 1000m hoch, da wirds auch gleich merkbar kühler. In Severin ist eine Mittagspause fällig, in einem kleinen Bistro am Straßenrand. Das Essen ist gut, das Cola kühl, der Kaffee heiss - und die Preise auch eher hoch (Kn 130,-/€ 19,-).
Ab hier gehts auch auf die Autobahn - schöner wäre es weiterhin auf Landstraßen, aber schließlich wollen wir heute noch daheim ankommen. Vorbei an Karlovac und Zagreb geht es flott bis Krapina, dann aber das selbe Dilemma wie schon bei der Anreise; bis und durch Maribor zäher stockender Verkehr.
An dann ohne nennenswerte Aufenthalte, nur zwei "Popo-Pausen", durch bis Wien. Ich glaube, ich bin das erste Mal 638 km am Stück gefahren - Doris sowieso.