Sri Lanka & Malediven 20.1. – 5.2.2006

AYUBOWAN!

 


Donnerstag, 19.1.

18:00-21:00 Abend-Check-In am Flughafen


Freitag, 20.1. - Anreise

17:05 Flug Wien – München; wir brauchen uns auch nicht mehr um das Gepäck kümmern, das läuft bis Colombo durch.

19:20 Flug München – Colombo; wir haben reservierte Sitzplätze (49AC). Dauer 8,5 Stunden; Zeitverschiebung +5h


Samstag, 21.1. - Colombo, Hotel Galadari

09:50 Landung in Colombo. Der erste Eindruck: es ist sehr heiß und schwül. Wir finden unseren Bus, laden das Gepäck ein und warten auf die Abfahrt. Etwa eine Stunde dauert das Transfer zum Hotel GALADARI mitten im Regierungsviertel, am Meer (das Hotel Galadari ist jenes Hotel, auf das 1997 der Bombenanschlag mit 15 Toten verübt wurde; das Hotel wurde damals schwer beschädigt). Wir sind ziemlich erschöpft von der langen Anreise und nehmen eigentlich noch gar nichts richtig als Urlaub wahr. Die 30km ziehen sich und nur schleppend kommen wir im dichten (Links)verkehr voran.

Das Hotel sieht von außen schmucklos und einfach aus, der Innenbereich ist aber ausgesprochen schön.

Wir verstauen unser Zeugs im Zimmer und spazieren ein wenig herum. Wir brauchen die Bewegung, sonst fallen uns vor lauter Müdigkeit die Augen zu. Zuerst gehen wir Richtung altem Fort, dem eigentlichen Zentrum und 1. Bezirk von Colombo. Es dauert aber nicht lange, und das Gedränge und auch das permanente „you want taxi?“ werden immer nerviger; wohl auch, weil wir beide so müde sind. So machen wir kehrt und spazieren das Galle Face Green entlang, eine große, weitläufige Grünanlage entlang der Küste. Hier ist zwar auch viel los, aber hauptsächlich Pärchen und andere Städter, die den Spaziergang am Meer genießen.

Alle paar Meter stehen kleine Verkaufsbuden, wo man sich mit Getränken und frischem Obst versorgen kann. Wir kaufen uns Wasser, Ananas und Mango, schön mundgerecht gewürfelt und genießen die Sonne. Immer wieder werden wir genauso neugierig beobachtet, wie auch wir selbst die Menschen um uns beobachten.

Nach etwa zwei Stunden kehren wir ziemlich geschafft ins Hotel zurück und legen uns an den Pool, der sich auf der Terrasse im 2. Obergeschoß befindet und einen schönen Ausblick bietet. Nach einem kurzen Nickerchen in der Sonne kommen unsere Energien auch langsam wieder zurück und wir fühlen uns wieder bedeutend wohler.

Um etwa 18:00 treffen wir mit unserem Reiseleiter zusammen, der uns auf der Tour begleiten wird. Wir besprechen den geplanten Ablauf und kommen zum Schluss, dass eigentlich gar nicht klar ist, wann und wo die Rundreise endet... Angeblich ist ja unser Flug am 29.1. nach Male ausgefallen und so sollten wir am 28.1. direkt nach der Tour schon fliegen. Nur müssen wir 3 Stunden vor Abflug in Colombo sein, der Verkehr durch die Stadt ist aber auch nicht ohne und über 300km auf schlechten Straßen werden wir auch noch zu bewältigen haben.

Jetzt wurde uns mal in Aussicht gestellt, wir könnten ja die Safari am letzten Tag auslassen, oder gleich von Kandy aus nach Colombo fahren oder mit einem noch zu organisierenden Auto schon um 4:00 Früh loszufahren. Das stellt uns aber alles nicht zufrieden. Wir haben Rundreise gebucht und wollen Rundreise haben, nicht Dauerflucht! Spätestens in Kandy sollen wir erfahren, was geplant ist. Im Moment haben wir noch nicht mal die Tickets für den Flug von Colombo nach Male.

Den Teil des Gepäcks, den wir erst wieder in Male benötigen, können wir hier im Hotel Galadari lassen. Hoffentlich bekommt das keine Beine...

Im Moment sieht mir das alles ein bisschen konfus aus. Auch für Fihalhohi haben wie Vollpension gebucht, aber nur einen Voucher für Halbpension erhalten; allerdings einen kopierten Zettel dazu, auf dem die VP vermerkt ist.

Für die Rundreise werden wir mit einer ITS-Gruppe zusammengelegt, so sind wir zusammen 12 statt nur 4 Personen.

Getränkepreise im Galadari: 1 Glas Rotwein 450,-

1 Fl. Bier (Lion Lager 0,625 Liter) 400,-

Hotel: wirklich riesige, geräumige Zimmer; alt aber nett; Pool im ersten Obergeschoß, an der Terrasse; Badetücher für die Hotelgäste am Pool erhältlich;

Das Buffet im Hotel war ausgezeichnet: fertige Speisen, Sushi, frischer Fisch im Wok, frisch gebratene Nudeln, Vorspeisen in Hülle und Fülle, jede Menge Süßigkeiten zum Dessert


Sonntag, 22.1. - Colombo / Anuradhapura / Sigirya

05:45 Tagwache / 06:30 Frühstück / 07:15 Abfahrt

11:00 Pause am See bei Kurunegala

15:00 wir erreichen Anuradhapura. Gute 250km über schlechte Straßen und durch chaotische Verkehrsverhältnisse. Die Tuk-Tuk´s, diese dreirädrigen 2-Takt-Kabinenroller, die in Colombo als Taxis gute Dienste leisten, entwickeln sich im „freien“ Straßenverkehr zu einer Landplage. 6 Stunden Fahrt für eine Strecke von 250km sagen alles.

Als wir Anuradhapura erreichen, wollen alle nur mehr raus aus dem Bus und herumlaufen.

Zuerst besichtigen wir die Jetavana Vihara, die zur Zeit aus ihrem 1500jährigen Dornröschenschlaf geweckt und restauriert wird. Auch die aktuellen Reisebücher zeigen sie noch dicht verwachsen, sie ist aber schon komplett freigelegt und reckt sich als gut 120m hoher Backsteinbau beeindruckend gen Himmel. Angeblich ist sie die größte vollständig erhaltene Dagoba der Welt.

Danach gehen wir zur Ruwanweliseya Stupa, die auch stattliche 100m hoch, aber in schönem Zustand und sehr gepflegt ist. Überall rings um diese Stupa sehen wir betende Gläubige. Über 300 Elefantenköpfe zieren die die Stupa umgebende Mauer (genau 338 sollen es sein, ich hab es nicht gezählt). Strahlend weiß hebt sich das riesige Bauwerk gegen den blauen Himmel ab.

Dritte Station ist der Sri Maha Bodhi, der heilige Bodhi-Baum, unter dem Buddha einst seine Erleuchtung erfahren haben soll. Dieser 2500 Jahre alte Baum wird als so wertvoll betrachtet, dass man sogar eine Zutrittskontrolle, nach Männlein und Weiblein getrennt, durchschreiten und eine kurze Visitation (Motorsägen sind hier offenbar verboten) über sich ergehen lassen muss. Auch hier befinden sich natürlich viele Menschen; überall stehen und knien Gläubige und murmeln ihre Gebete mehr oder weniger laut vor sich her. Das Seltsame daran ist, dass sich Buddhisten und Hinduisten ein Heiligtum quasi teilen, es für beide Religionen gleich heilig ist.

Nach gut drei Stunden, in denen wir nur die wichtigsten Monumente besucht haben, fahren wir weiter nach Sigirya und besuchen unterwegs noch eine Schnitzerei; gegen 19:00 treffen wir im Hotel Sigirya ein. Es war heute extrem heiß, die letzte Stunde im Bus sind nach und nach jedem mal die Augen zugefallen und es war sehr ruhig...

Abendessen im Hotel: nicht so vielseitig wie in Colombo, aber trotzdem sehr gut.

Preise: Bier SLR 275,- (three coins 0,625 Liter)

Arrack SLR 120,-

Badetücher sind am Pool erhältlich.

Am Abend war das Militär (sehr unauffällig) in der Anlage, angeblich sollen heute in Colombo fünf Bomben explodiert sein. Es dürfte sich dabei aber um nichts Ernstes handeln, wir haben später nichts mehr davon gehört.


Montag, 23.1. - Sigirya / Pollonaruwa

06:00 Tagwache / 07:15 Abfahrt

Wir fahren das kurze Stück hinüber zum etwa 200m hohen Sigirya-Felsen, der als freistehender Monolith mit seinen rundum senkrechten und überhängenden Wänden beeindruckend aus dem Dschungel hochragt. Am Eingang in die den Felsen umgebende riesige Parkanlage muss jeder Besucher seine Eintrittskarte unterschreiben!?!

Schön ist der Zugang durch die Parkanlage, dann geht's erstmal über viele Stufen hoch und weiter über zwei frei stehende stählerne Wendeltreppen zu der Galerie mit den berühmten Wolkenmädchen. Von hier entlang der Spiegelwand zu den Löwenfüßen, etwa auf halber Höhe des Anstieges. Nach einer kurzen Pause steigen wir das letzte Stück über mehrere gewagte Eisentreppen und in den Fels geschlagene Tritte hinauf auf das Plateau. Die Reste des Tempels geben heute keine Idee mehr vom Prunk vergangener Zeiten, aber der Ausblick ist dafür grandios! Es ist schon sehr warm, allerdings sind wir zeitig genug aufgebrochen und so noch fast ganz alleine hier heroben. In einer Stunde sieht das schon ganz anders aus.

Lästig sind die vielen Helferleins, die sich beim Stiegensteigen als Begleiter anbieten und dafür natürlich ein „angemessenes“ Trinkgeld erwarten, denn immerhin haben sie ja für unsere Sicherheit beim Aufstieg gesorgt – ihrer Einschätzung nach hätten wir es ohne deren Hilfe ja gar nicht hoch geschafft (und die in meinem Reiseführer erwähnte erforderliche Schwindelfreiheit finde ich maßlos übertrieben).

Gegen 11:00 sind wir wieder zurück im Hotel und fahren los zum Elefantenreiten. Über eine Holzrampe klettern wir zu viert (mit Rosi und Peter) auf das kleine, wackelige Tragegestell am Rücken von Rani, unserer 25jährigen Elefantendame. Die nächste Stunde verbringen wir schwankend in luftiger Höhe und halten Rani mit Bananen bei Laune J . Als sie erstmal kapiert hat, dass es von da oben süßes Obst gibt, ist ihr Rüssel mehr bei uns als sonst wo. Außer, es liegt ein leckerer Palmwedel am Weg – da kommt man natürlich auch nicht dran vorbei! Mampf! 300kg Grünzeug verdrückt die Dame am Tag, ganz schön viel; aber sie ist ja auch sehr groß und da passt schon eine Menge hinein.

Lustig war es und danach geht's wieder zurück ins Hotel, zum Mittagessen. Etwa um 15:00 fahren wir nach Pollonaruwa, ebenso wie Anuradhapura eine antike ehemalige Hauptstadt Ceylons. Die Anlage hier ist zwar viel kleiner als die in Anuradhapura, aber wesentlich besser erhalten und so für uns sehenswerter. So wie überall an den touristischen Stätten viele, teilweise sehr lästige Souvenirverkäufer. Auf Schritt und Tritt wird man hartnäckig verfolgt.

Als wir gegen 20:00 wieder im Hotel sind, führt uns unser erster Weg in den Pool – mit tollem Blick auf den in der Dämmerung glühenden Sigirya-Felsen.

Ausgaben: im Hotel 2375,- SLR


Dienstag, 24.1. - Sigirya / Dambulla / Kandy

06:00 Tagwache / 07:30 Abfahrt

Erste Station ist der Felsentempel in Dambulla. Gleich neben der Straße eine goldene Stupa, auf dem Gebäude thront eine überdimensionale Buddha-Statue, ebenfalls schön glänzend vergoldet. Darum heißt dieser Tempel wohl auch „the golden temple of Dambulla“.

Über unzählige Stufen gehen wir hoch zur eigentlichen Sehenswürdigkeit, dem Felsentempel. Eine sehenswerte Anlage, fünf kleine Höhlentempel reihen sich unter einem Felsvorsprung aneinander. Insgesamt gibt es hier 135 Buddha-Statuen zu bewundern. Die Wände und Decken der Tempel sind lückenlos bemalt und geschmückt und stellen verschiedene Geschichten und Themen dar. Alles in allem sehr schön, sehr gepflegt und von Gläubigen gut besucht.

Danach fahren wir weiter zu einem Gewürzgarten bei Matale, der als Schul- und Schaugarten geführt wird und auch ein Ayurveda -Zentrum ist. Ausführlich wird uns viel über die verwendeten Pflanzen und Naturstoffe erklärt, und nach einer gratis-werbe-Kurzmassage geht's ab in den Verkaufsraum. Typische Touri-Abzocke eben. Manche in der Gruppe haben's genossen, andere weniger – ich gar nicht. Mein persönlicher Tiefpunkt der Reise. Am ganzen Oberkörper Fett und vor Öl triefend, saugen sich Flecken in meine Kleidung, was ich ohnehin schon überhaupt nicht ausstehen kann – und noch weniger, wenn es heiß und schwül ist, wie hier. Und die nächste Dusche ist noch einen halben Tag entfernt, also bleibt das Zeug leider erst mal an mir... Ich denke, man konnte mir meine „Freude“ an der Sache ansehen. Der Tag war für mich gelaufen. Der folgende Kurzbesuch in einer staatlich geförderten Batik-Schule, was ja an und für sich interessant wäre, empfinde ich ob meiner öligen Situation als vollkommen überflüssig und reine Verzögerung auf meinem Weg zur Dusche. Ich möchte hier klarstellen: ich hatte nicht grundsätzlich etwas gegen diese Massage – nur ist der Zeitpunkt einfach total falsch. Abends, mit der Möglichkeit gleich zu duschen und auch zu ruhen, sähe die Sache ganz anders aus. Zurück zur Batik-Schule: kurz und oberflächlich sind die eigentlichen Informationen über diese Technik der Färbekunst; schnell erfahren wir, welche Kreditkarten und andere Zahlungsmöglichkeiten akzeptiert werden und schon geht's ab in den Verkaufsraum. Und das nach meiner Öl-Session... Nächste Touri-Abzocke in Reinkultur. Nächster Streichposten.

Am frühen Nachmittag erreichen wir noch rechtzeitig zum Mittagessen das Hotel Topaz in Kandy. Mein erster Gedanke gilt aber dem Pool – WasserWasserWasser!!! Ein Genuß!!! J

Wieder frisch und munter fahren wir gegen 17:00 hinunter nach Kandy. Das Hotel liegt auf einem Hügel etwas abseits, aber wunderschön und mit tollem Blick auf die Stadt und den See.

Zuerst kommen wir in den Genuss einer traditionellen Vorführung der Kandy-Tänzer, die aber wirklich sehenswert ist. Sehr schöne Kostüme und eine beeindruckende, artistische Tanzvorstellung.

Das Tageshighlight (und definitiv auch einer der Höhepunkte – wenn nicht sogar DER Höhepunkt der ganze Rundreise) ist der Besuch des Zahntempels. Pünktlich um 19:00 öffnet sich im Trommelwirbel und dem Gedränge hunderter Menschen die Pforte des Schreines, in dem die goldene Stupa zu sehen ist, in welcher wiederum das größte Heiligtum des Landes aufbewahrt wird, ein Zahn Buddhas. In einer nicht endenden Schlange werden Einheimische und Touristen vorbeigeschleust und jeder hat nur ganz kurz Zeit, um einen schnellen Blick zu erhaschen. Jene, die fotografieren möchten, können das von etwas weiter hinten, an einer Absperrung, tun. Und egal wo man sich nun im Tempel aufhält, das Gedränge ist unvorstellbar. Nach genau 15 Minuten ist das Spektakel wieder vorüber – die Türe des Schreines wird geschlossen und bis morgen Abend kehrt wieder Ruhe ein. Danach gehen wir noch durch den ganzen Tempel, was auch riesig beeindruckend ist. Diese Anlage ist das größte Heiligtum des Landes und dementsprechend auch die größte Attraktion, die Sri Lanka zu bieten hat. Pflicht für jeden Besucher!

Abendessen im Hotel Topaz. Ein großes Haus, viele Gäste; die meisten Rundreisen laufen hier zusammen. Tolle Lage am Gipfel hoch über der Stadt, mit schönem 360°-Rundumblick von der Dachterrasse.


Mittwoch, 25.1. - Kandy / Peradenya / Pinnawela

07:00 aufstehen – der erste Tag, an dem wir ein bisschen länger schlafen konnten...

Erster Termin heute ist der Besuch einer Edelsteinschleiferei. Dazu brauchen wir nicht weit zu fahren, diese ist gleich hier am Ortsrand von Kandy. Alles sehr professionell aufgezogen: Informationen über Vorkommen, Abbau und Gewinnung der Edelsteine erhalten wir mittels Powerpoint-Präsentation und DVD-Filmchen per Beamer. Danach werden wir durch ein kleines „Schau-Bergwerk“ geführt, welches sich vom Ober- bis in das Untergeschoß des Hauses erstreckt; etwas kitschig, aber durchaus anschaulich und informativ: mit bewegten Männchen, fließendem Wasser und der Geräuschkulisse einer Mine tief im Erdboden. Zügig führt man uns weiter in den Verkaufsraum, der natürlich modern und sehr ansprechend eingerichtet ist. Auch ist sofort ein „Berater“ für jedes Pärchen unserer Gruppe parat. Da ich schon vor der Reise plante, ein ganz bestimmtes Schmuckstück (Anhänger) zu kaufen wurde ich auch rasch fündig und so hatten wir diese Prozedur rasch hinter uns. Fällt zwar in gewissem Rahmen ebenfalls unter Touri-Abzocke, aber hier kann man zumindest wunderschöne und einzigartige Schmuckstücke in bester Qualität zu guten Preisen kaufen.

Ab in den Bus und weiter geht die Fahrt zum botanischen Garten von Peradenya, nur wenige Kilometer ausserhalb der Stadt.

Ein wunderschöner Park, etwa 60ha groß; toll angelegt und mit über 4000 Pflanzenarten äußerst vielfältig. Wir schlendern etwa 2 Stunden herum und dabei lässt es sich gut relaxen, keine Souvenirverkäufer und andere nervigen Personen.

Danach fahren wir zum etwa eine Fahrstunde entfernten Elefanten-Waisenhaus nach Pinnawela. Hier werden verwaiste, verletzte und kranke Tiere gepflegt und versorgt. Nach deren Genesung werden die Dickhäuter zum Teil wieder entlassen, etwa 3000 wilde Elefanten gibt es noch auf der Insel.

Hier im Areal leben die Tiere frei und ohne Absperrungen, man kann sich unter den wachsamen Blicken der Aufseher der Herde bis auf wenige Meter nähern. Dieser „Sicherheitsabstand“ stellt sich ohnehin von selbst ein; denn als sich die aus etwa 50 Tieren bestehende Herde in unsere Richtung bewegt, ziehen wir uns freiwillig ein paar Schritte zurück. Gut war unsere Entscheidung, den kleinen Hügel hoch zu gehen; lange stehen wir hier und beobachten die grauen Riesen aus der Nähe. Manche hatten sichtbare schwere Verletzungen: einem fehlt ein ganzes Ohr, einem anderen hat eine Landmine ein Vorderbein abgerissen. - Unsere ganze restliche Gruppe ging zur Fütterung der jungen Elefanten, was zwar auch ganz nett, aber doch eher ein tiergartenmäßiges Spektakel ist.

Hier am Gelände gehen wir auch zu Mittag essen. Neben der Zufahrtsstraße befinden sich zwei Restaurants, direkt am Fluss. Ab etwa 14:00 bringen die Mahouts, die Elefantenführer, ihre Tiere an diese Stelle zum Baden. Da ja Elefanten nicht schwitzen, müssen sie nach getaner Arbeit ins Wasser, um sich abzukühlen. Und DAS genießen sie wirklich!

Uns bietet sich so eine einzigartige Möglichkeit, die Elefanten in freier Wildbahn aus nächster Nähe beim Bad beobachten zu können. Die Tiere kommen natürlich auch ganz nahe heran; ich sammle eine Hand voll Blütenblätter, kann damit einen der Riesen füttern und der verhält sich so, als ob es für ihn das Normalste in seinem Leben wäre. Nimmt mit seinem dicken Rüssel die Blüten aus meiner Hand und das spürt sich irgendwie an, als ob man jemandem fest die Hand drückt. Dann kringelt er seinen Rüssel vor mir am Boden ein und lässt sich ganz ohne Scheu begrapschen - also ich war in dieser Situation ganz sicher skeptischer und schwerer beeindruck als er J

Wir sitzen gut eineinhalb Stunden hier und beobachten die Tiere und die Zeit vergeht wie im Flug. Plötzlich klopft uns jemand auf die Schulter, es ist unser Beifahrer. Wir haben gar nicht bemerkt, dass außer uns niemand mehr hier ist und alle schon im Bus waren...

Schade. Die Zeit hier erschien uns viel zu kurz. Etwas enttäuscht fahren wir zurück nach Kandy.
Am Weg zum Hotel steigen wir im Stadtzentrum aus und spazieren ein wenig herum. Hier herrscht absolutes Chaos auf den Straßen! Es scheint nur Autobusse und Tuk-Tuk´s zu geben, und Millionen Fußgänger - Wahnsinn! Wir spazieren im Gedränge herum und haben den Eindruck, die einzigen Ausländer hier zu sein. Das ist zwar heftig, aber ein Erlebnis. Hier unterscheidet sich das Leben von dem in den touristisch erschlossenen Bezirken der Stadt. Wir werden als neugierige Gäste akzeptiert und gleich neugierig, aber immer freundlich beobachtet. Und niemand belästigt und nervt wie wir es sonst schon oft erlebt haben.

An einem Gemüse- und Obststand werden wir verköstigt, bis wir quasi eine "Multi-Vitaminvergiftung" erleiden - wir mussten uns wegstehlen, sonst würden wir vielleicht noch immer mit Obst versorgt...
Im hinteren Teil des Marktes befinden sich die Fleisch- und Fischstände. Ein Wahnsinn, wie das hier aussieht und zugeht. Wir Europäer kämen nie auch nur um Entferntesten auf die Idee, hier etwas zu kaufen; zu sehr unterscheidet sich was wir hier sehen von unseren Hygienevorstellungen. Die Organe unseres Marktamtes würden wohl schlicht und einfach kollabieren. Allerdings muss man das schon mal mit eigenen Augen gesehen haben, so wirklich beschreiben lässt sich das nicht.
Als uns die Gerüche und das Ambiente zu viel werden, ziehen wir uns wieder zurück und suchen uns ein Tuk-Tuk zum Hotel. Nach kurzem Verhandeln einigen wir uns mit dem zweiten Fahrer auf LKR 200,- und fahren los zum Topaz. Die Straße wird immer steiler und wir haben echt Bedenken, dass dieses knatternde, aus dem letzten Loch pfeifende Gefährt auf halber Höhe verhungert. Aber im ersten Gang schaffen wir es doch und die Fahrt war irrsinnig lustig für uns. Irgendwie erinnert mich Tuk-Tuk-Fahren an Autodrom im Prater...

Wir setzen uns noch auf den Balkon, bestellen uns zwei Arrack und genießen zum Ausklang dieses schönen Tages den tollen Ausblick und einen traumhaften Sonnenuntergang.

Ausgaben: Hotel Topaz / VISA / LKR 2318,87


Donnerstag, 26.1. - Kandy / Nuwara Eliya

Die heute zu bewältigende Strecke beträgt zwar nur 80km, aber trotzdem sind dafür gute drei Stunden Fahrzeit eingeplant. Wir wissen bereits, dass der Verkehr hier ein Wahnsinn ist, dennoch erscheint uns das zuerst etwas lange. Spätestens, als wir Kandy hinter uns gelassen haben und die Straße beginnt, sich die Berge hoch zu schlängeln, verstehen wir warum. Die kurvige Strecke ist nicht nur schmal und stark befahren, sondern auch in einem wirklich hundsmiserablen Zustand. Obwohl... das wäre eine tolle Strecke für die Africa Twin! So quält sich der Kleinbus mühsam Kurve um Kurve höher und pfeift stellenweise aus dem letzten Loch.

Bei der Teefabrik Glenloch können wir uns allesamt eine erholsame Pause gönnen und auch der Bus genießt bestimmt die Fahrtunterbrechung. Die Führung durch die Fabrik ist informativ und interessant und zum ersten Mal auf dieser Tour habe ich nicht den Eindruck, auf einer Verkaufsvorstellung zu sein...

Wieder etwas aufgefrischt geht unsere Fahrt weiter und gegen 13:30 erreichen wir Sri Lankas höchstgelegenen Ort, Nuwara Eliya auf etwa 1900m Höhe. Es ist trotzdem noch angenehm warm und nach der Mittagspause spazieren wir ein wenig durch die kleine Stadt. Hier geht es viel gelassener und ruhiger zu als in den Straßen von Kandy und vor allem Colombo. Auch sieht es hier ein klein wenig sauberer aus als bisher und durch die vielen Häuser im englischen Kolonialstil ist der Ort auch optisch gefälliger für unser Auge. Das Grand Hotel, in dem wir wohnen, ist schon eine andere Welt aber erst recht der nebenan liegende Hill Club der ehemaligen englischen Kolonialherren. Daneben liegt die Villa des Premierministers, und so weiter... Hier prallen zwei Welten derart aufeinander wie sonst nirgendwo auf der Insel.

Wir verbringen einen gemütlichen Abend an der altmodischen Hotelbar am offenen Kamin; hier meint man, die Zeit sei vor über hundert Jahren einfach stehen geblieben. Das Feuer wärmt uns von außen und der ausgezeichnete Arrack von innen. Wir wussten, dass hier in Nuwara Eliya der kälteste Tag der Rundreise sein wird; trotzdem waren Fleece-Jacke und Trekkinghose absolut ausreichend. Und in dem liebevoll mit alten Möbeln eingerichteten, schon fast museumsreifen Zimmer hatten wir einen Heizlüfter stehen.

Ausgaben: Grand Hotel / VISA / LKR 2080,-


Freitag, 27.1. - Nuwara Eliya / (Kataragama) / Yala

Um halb acht fahren wir los. Wenn wir gestern bei unserem Stadtrundgang in die andere Richtung gestartet wären, hätten wir schöneres gesehen; denn die ganzen alten Villen und Herrschaftshäuser liegen in südlicher Richtung, am und um den See. Etwa 200km Fahrstrecke liegen heute vor uns, über schlechte Straßen geht es von fast 2000m Seehöhe auf Meeresniveau hinunter. Unterwegs legen wir in Ella einen Halt ein, von hier sieht man schön ins Tal und weiter in die Tiefebene hinaus.

Vorbei am Wasserfall R...??? und weiter durchs südöstliche Flachland erreichen wir gegen 14:00 unser Quartier Yala Village mitten im Naturreservat. Die letzten Kilometer von der Einfahrt in den Park bis zur Lodge führen über eine holprige, unbefestigte Dschungelpiste. Die Anlage liegt idyllisch an einem kleinen See, umgeben von dichtem Urwald. Im Erdgeschoß des fast zur Gänze aus Holz errichteten Hauptgebäudes befinden sich unter anderem der Empfangsbereich und der Shop; im ersten Stock liegt das rundum offene, luftige Restaurant und am Dach ist die Bar und die Aussichtsplattform. Von hier hat man einen schönen Blick über den Dschungel hinaus bis aufs Meer.

Man darf die Anlage aber nicht verlassen, ja nicht einmal von den angelegten Wegen soll man sich entfernen. Von der Terrasse sieht man verstreut die Dächer der Bungalows aus dem grünen Blätterdach herausragen. Wir quartieren uns ein, gehen essen und müssen auch schon wieder gleich weiter, die Jeepsafari wartet auf uns. In zwei Landrover mit je vier Personen besetzt fahren wir los in den Nationalpark hinaus. In den zwei Stunden, die wir unterwegs sind, können wir die Vielfalt des Parks nur erahnen; Vögel groß und klein, bunt oder unscheinbar, Schlangen, Warane, Hasen, Füchse, Mungos, eine Cobra, Damwild, Wildschweine, Wasserbüffel, Reiher, Ibisse, Marabus, viele Pfaue, einige Krokodile und zwei Elefanten aus der Ferne. Eigentlich ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass 15:00 die denkbar ungünstigste Zeit für so einen Trip ist. Zur heißesten Zeit des Tages sind wohl auch die Tiere am wenigsten aktiv. Lippenbär und Leopard haben wir leider keinen gesehen. Trotzdem war dieser kurze Ausflug in das Reservat sehr interessant.

An der Küste können wir erahnen, mit welcher Gewalt der Tsunami vom Dezember 2005 hier aufgetroffen ist und welche Zerstörung er angerichtet hat. Die Ruinen der Häuser am Strand und das viele tote Holz in Küstennähe zeugen von der Wucht der Katastrophe. Ein Gedenkstein erinnert an die 47 Toten, die hier in dieser kleinen Siedlung zu beklagen waren.

Am Ende der Rundfahrt kehren wir gar nicht zurück ins Hotel, sondern steigen gleich am Parkeingang um in den bereits wartenden Bus, denn um 19:30 sollten wir schon in Kataragama sein, etwa eine Fahrstunde entfernt. Wir kommen fast planmäßig an und gehen zum Tempel; die meisten Besucher überqueren den Fluss über die Brücke, die zutiefst Gläubigen waten durch den Fluss und kleiden sich an der anderen Seite nach dieser Waschung neu ein. Kataragama ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte sowohl für Hindus als auch für Buddhisten. Jeder Gläubige sollte zumindest ein Mal im Leben hier gewesen sein. Täglich am Abend findet eine Zeremonie statt, die je nach Wochentag mehr oder weniger gut besucht wird. Heute, Freitag, ist ein schwächerer Tag, das Gedränge ist nicht allzu groß und doch tut sich einiges. Das Gelände rund um den Tempel ist überfüllt mit Obstständen, denn jeder hier bringt mindestens sieben verschiedene Obstsorten als Opfergabe mit. Die großen Tassen dazu werden auch gleich an den Ständen geliehen. Im Hof vor dem Tempel befinden sich zwei Stellen wo die Kokosnüsse, auf denen man zuvor ein Stück Kampfer (?) verbrennen lässt, mit allem Schlechten des Opferbringenden zerschmettert werden. Am Sonntag ist der Andrang hier unvergleichbar größer, da drängen die Besucher schon von der Zufahrtstraße in Massen hierher. Die Zeit des Höhepunktes dieser Zeremonie liegt aber im Sommer, die letzten Tage bevor die Perahera in Kandy beginnt (diese dauert 10 Tage und endet zum Vollmond im Juni; es ist das größte festliche Ereignis in Sri Lanka). Kataragama endet und tags darauf beginnt die Perahera.

Wir gehen mit Upali durch die verschiedenen Bereiche der Anlage und werden von ihm in einen kleineren der vielen Tempel geführt. So kommen wir direkt in den Genuss einer Art Segnung durch einen Hindu-Priester, wobei ich mich - ganz vorne am Altar - schon etwas komisch fühle. Irgendwie bin ich ein bisschen am falschen Platz. Nicht, weil mir die Menschen das Gefühl dazu geben, sondern weil ich mich als Tourist normalerweise bei solchen Sachen im Hintergrund halte. Der Priester sieht das aber offensichtlich gar nicht so, waltet ungestört seines Amtes und so werden die von uns, die vorne stehen, genauso mit Wasser bestäubt und mit Asche bestreut und mit seinen Sprüchen betraut. Soviel ist sicher: ohne unserem Reiseleiter Upali wären wir hier ganz sicher nicht gewesen und wenn er es nicht für unangebracht gefunden hat, dann wird es auch gepasst haben. Danach kauft Upali für sich und auch für uns Kokosnüsse, und so stehen wir wieder in einer Reihe mit den Gläubigen und zerschlagen alles Schlechte in uns. Wir wären sehr gerne noch länger geblieben und hätten diese herrlich bunte Treiben weiter beobachtet, aber leider haben wir noch eine gute Stunde Heimfahrt vor uns.

Nachdenklich und mit gemischten Gefühlen wegen der „Teilnahme“ an der Zeremonie vergeht die Rückfahrt wie im Flug und bald sitzen wir wieder im Restaurant im ersten Stock mit Blick auf den Dschungel. Danach genehmigen wir uns noch einen Arrack in der Bar am Dach und als der Kellner den Lichtstrahl seines Handscheinwerfers in der Dunkelheit zum Sumpf hinüber richtet, sehen wir die Augen der Krokodile leuchten. Ein seltsames Gefühl, denn es gibt keine Zäune hier und das Wasser ist nicht mal hundert Meter weit weg...

Es ist Zeit, schlafen zu gehen. Hier gibt es aber noch eine Besonderheit: will man vom Zimmer zum Hauptgebäude oder wie wir jetzt zum Zimmer zurück, ruft man jemanden vom Personal und wird begleitet. Man soll hier eigentlich, speziell wenn es dunkel ist, nicht alleine durch die Anlage gehen – die liegt ja, wie schon gesagt, frei und ohne Absperrungen mitten im Dschungel. Wir gehen also mit einem der Boys zurück zum Zimmer und denken uns, das wird uns Touristen hier aber sehr dramatisch verkauft; da hören wir plötzlich leise, aber aufgeregt die Stimme eines anderen Begleiters: „Elephant is here“! Rasch machen wir das Außenlicht des Bungalows an dem wir gerade vorbeigehen aus, drängen uns in eine dunkle Ecke und trauen unseren Augen kaum: keine 20 Meter vor uns steht ein ausgewachsener Elefant mitten am Weg und schlägt sich mit den Blättern vom Baum den Bauch voll! Und das mitten in der Bungalowanlage! Jetzt weiß ich auch, dass die großen Kügelchen, die ich nachmittags verwundert ignoriert hatte, doch das waren, wofür ich sie gehalten habe. Die Blätter kommen ja auch wieder mal herraus aus dem Tier... Das ist schon ein einmaliges Erlebnis – wir können nicht zurück ins Zimmer, weil uns ein Elefant im Weg steht! Ganz langsam schleichen wir weiter um die Hütte herum und beobachten den Riesen noch eine ganze Weile, bis er mampfend in der Dunkelheit verschwindet.

Ein paar Minuten später gehe ich nochmals aus dem Zimmer, weil ich einen Baum, der voll mit hunderten schlafenden Schmetterlingen ist, fotografieren möchte; im Schein der Taschenlampe suche ich noch ein wenig herum, aber viel mehr als ein paar Schritte wage ich mich nicht hinaus, denn ich höre den Elefanten noch immer in der Nähe in den Bäumen rumoren. Zum Baum – Foto – und rasch zurück. Ich weiß gar nicht, ob ich heute tief und fest schlafen werde, zu aufgeregt bin ich und werde auch sicher auf jedes Geräusch achten; ich find das einfach super hier!!


Samstag, 28.1. - Yala / Colombo

Der heutige Tag wird lange werden. Wir fahren gute 300km die Südwestküste entlang nach Colombo und dann noch 30km weiter zum Flughafen. Das wird eine reine Fahretappe, ohne Zeit für irgendwas. Irgendwo halten wir während einer Pause verbotenerweise zu lange am Straßenrand und Fahrer und Reiseleiter verfallen in eine endlose Diskussion mit den beiden Polizisten. Die Geldstrafe von LKR 1000,- (€ 10,-) fällt zwar nicht soo schlimm aus, aber die weiteren Folgen wären ziemlich hart: erst ist der Führerschein weg und weiters kommt es zu einer Verhandlung; diese wäre dann am Ort des Vergehens, also gut 300km entfernt vom Wohnort des Fahrers; und er müsste sich einen Anwalt nehmen – was alles mit immensen Kosten verbunden ist. Da hilft nur eines: LKR 500,- Schmiergeld für jeden der beiden Polizisten, schon ist die Sache kein Thema mehr und wir können unsere Fahrt unbehelligt fortsetzen. So einfach geht das hier... (Hat man aber einen Unfall mit Todesfolge, ist der Führerschein unwiderruflich auf Lebenszeit weg!)

Der Küstenabschnitt um Galle und Hikkaduwa ist die vom Tsunami am stärksten betroffene Region Sri Lankas; kilometerlang sind die Spuren noch deutlichst zu sehen. Fast durchwegs sind die Häuser in der Nähe der Küste zerstört, Ruine reiht sich an Ruine und zwischendurch stehen immer wieder Hütten- und Zeltsiedlungen als Notunterkünfte, die meisten von internationalen Organisationen errichtet wurden.

Nach der Mittagspause in dem nicht so tollen Restaurant erreichen wir gegen 16:00 Bentota und alle unsere Mitreisenden steigen in ihren gebuchten Hotels ab; nur wir vier, die auf die Malediven weiterreisen, verbleiben im Bus. Ab Kalutara, südlich von Colombo, nur trostlose Fahrerei im Mega-Verkehrs-Chaos. Bisher hatten wir immer schönes Wetter, aber heute ist es durchgehen bewölkt, was diese trostlose Smog-Atmosphäre nur noch verstärkt. Ab etwa Hikkaduwa und bis zum Flughafen ziehen sich die Siedlungen zig Kilometer als endlose Wurst dahin.

18:00 wir sind beim HemTours-Büro und erhalten unsere Flugtickets nach Male
19:00 Hotel Holiday Inn; wir erhalten zu viert (!) ein Zimmer, können uns schnell duschen und dann wartet schon das Abendessen auf uns
21:00 TRansfer zum Flughafen
00:45 Flug Colombo-Male mitsupertollem Airbus A320-200 der Emirates! Riesiger Sitzabstand!
02:00 Landung Male (Zeitdifferenz -1Std zu Colombo) Der hölzerne Buddha darf nicht eingeführt werden und muss gegen Bestätigung am Zoll abgeben werden. Die Malediven sind ein Muslimisches Land und sehen Buddhastatuen gar nicht gerne. Geldwechsel: € 100,- / Rf (Rufiyaa) 1480,-
Der Transfer zum Hotel klappt einwandfrei, die beiden Jungs die uns betreuen haben alles fest im Griff.
02:30 endlich im Bett.


Sonntag, 29.1. - Male / Fihalhohi

06:30 Tagwache, Frühstück
07:50 wir fahren mit dem Taxi zur nahe liegenden Anlegestelle des Bootes nach Fihalhohi
xx:xx warten...
08:45 das Boot kommt! Wir fahren aber leider zurück zum Flughafen, Gäste abholen, die eben angekommen sind... (das hätten wir ursprünglich auch dabei sein sollen!!!)
09:15 endlich fahren wir los; die 2x200PS des kleinen Doppelrumpfbootes schieben gaaanz schön mächtig an!
10:10 endlich URLAUB! Fihalhohi! Where the sands of time stand still...

Vor Ort entscheiden wir uns gegen eine Aufzahlung von $ 80,- pro Tag für einen Wasserbungalow - die sind einfach traumhaft schön. Heute schlafen wir in unserem gebuchten Comfort-Bungalow Nr. 127.

Schon bei der Ankunft war es ziemlich dieseg und stark bewölkt; und beim Mittagessen legt dann der Regen wolkenbruchartig los. Ein schöner Empfang ist das! Und die Gäste-Betreuerin macht uns mit ihrer Aussage dazu noch echt Mut: "beim letzten mal waren Gäste eine Woche da, und genau diese Woche hat es durch geregnet..." So eine blöde Blunzn!

Nun ja. Es schüttet schon seit Stunden und das sieht auch nicht nach einem Ende aus...
Leider sieht auch die Prognose für die nächsten Tage schlecht aus. Bis Donnerstag soll es schlecht bleiben. Das würde für uns bedeuten: vom ersten bis zum letzten Tag Regen. Das wäre ziemlich bekackt.

Am Abend lockert es wieder auf und der Urlaub ist gerettet. Aber eine Flasche Arrak aus Sri Lanke hätten wir uns schon mitnehmen können.

Es ist hier überhaupt nicht erforderlich, Geld zu wechseln. Auf der ganzen Insel wird alles und überall aufs Zimmer geschrieben und 1x am Tag, beim Abendessen, kontrolliert und unterschreibt man die Tagesrechnung. Bezahlt wird am Tag vor der Abreise.


Montag, 30.1. - Fihalhohi

Um 10:30 können wir den Wasser-Bungi Nr. 142 beziehen. Die Zeit bis dahin verbringen wir beim Frühstück, dann gehen wir eine Inselrunde und liegen ein Weilchen am traumhaft weissen Strand unter Palmen. Man hat ja sonst nichts zu tun...

Die Wasser-Bungalows sind zwar nicht billig, lohnen aber allemal. Die sind total super. Im Wohn- und Schlafraum und auch im Badezzimmer ist die ganze Front zum Meer hin offen und verglast. Eine große, überdachte Terasse mit gemütlicher Sitzgarnitur, daneben viel Platz für zwei Sonnenliegen und über Stiegen hinunter zur kleinen Plattform im Meer. Von drei Seiten uneinsehbar und nur aufs Meer hinaus offen. Traumhaft! Der Steg zu den 12 Häusern streckt sich von der NW-Spitze nach Norden, jeweils sechs Bungalows links und rechts. Wir schauen nach Westen, also sollte stimmungsvollen Sonnenuntergängen auf der Terasse nichts im Wege stehen. Vielleicht gönnen wir uns heute Abend auch ein Fläschchen Wein.

Mittags haben wir eine ABC(Schnorchel)-Ausrüstung geliehen, das kostet $ 8,- pro Tag. Wird aufs Zimmer geschrieben und am Ende bezahlt... Dann gehts für Doris zum ersten Mal unter Wasser! Vom Einstieg sind es nur wenig mehr als 50m bis zur Riffkante. Der Flachwasserbereich um die Bungalows ist relativ leer, obwohl sich auch hier schon einige prächtige Fische tummeln. Als wir die Kante erreichen - die Stömung ist ziemlich stark und wir schwimmen zuerst dagegen - füllt sich das Meer um uns unvorstellbar. Alle Farben, alle Größen, alle Arten. Einfach beeindruckend, was hier im Wasser los ist. Und doch kann man beim Schnorcheln nunr erahnen, was es in den tieferen Bereichen des Riffs noch alles zu sehen gäbe! Die beiden Routen zum Hausriff gehen jeweils bis auf 35m Tiefe hinunter. Ich denke, ich werde mir bei Gelegenheit zwei Tauchgänge gönnen!
Beim Südost-Ende der Insel (hier liegt das Riff nur vielleicht 15m vom Strand entfernt) machen wir kehrt und treiben langsam mit der Strömung zurück. Nun wird auch Dorli B. etwas mutiger und traut sich schon ein Stückchen weit über die Riffkante hinaus, dorthin, wo das Riff nach unten im tiefen Blau verschwindet. Etwas unheimlich, aber beeindruckend schön!

Nun werden uns die Tage hier sicher zu kurz und noch dazu auch zu wenige! Aaaargh!

Tauchen kostet etwa $ 35,- pro Tauchgang und etwa $ 30,- die komplette Ausrüstung inklusive Anzug. Da ich gar nichts mit habe, muss ich alles komlett leihen.
Als Tauchwoche gebucht, wirds natürlich billiger; und wenn man regelmäßig taucht hat man ja auch seine eigene Ausrüstung und braucht diese nicht vor Ort leihen. Aber so selten wie ich (leider) tauche, lohnt sich die Anschaffung von Jacket, Automaten und Tauchcomputer keinesfalls. Da kann ich wahrscheinlich mindestens 10 Jahre lang leihen...

Übrigens ist aus dem fünf-Tage-Regen nichts geworden. Mittags hat es wieder kurz zugezogen, das hat sich aber bald wieder verflüchtigt und seither brennt wieder gnadenlos die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Perfekt!


Dienstag, 31.1. - Fihalhohi

Die große Muschel unten am Steg liegt anders als gestern noch. Vielleicht waren das die Krabben, die die Algen vom Holz knabbern und denen sie im Weg lag?

Unter der Terasse schwimmt ein kleiner Hai vorbei, so 70-80cm lang; der sollte aber noch ein bisschen wachsen, bevor er frech werden kann.

Nach dem Frühstück schnorcheln wir eine Stunde am Riff entlang, auf und ab. Geil! Leider beschlägt sich hier aber das Unterwasser-Gehäuse meiner Canon S60 auch heute wieder, als wir ins kühlere Wasser an der Aussenseite des Riffs kommen. Der Temperaturunterschied ist klein aber spürbar, und fürs Beschlagen reicht es auch aus. Vielleicht sollte ich etwas Watte ins Gehäuse mitpacken. Schade.

Man könnte sich hier auch Unterwasserkameras leihen, analoge und auch digitale. Die Fotos werden auch gleich auf CD gebrannt. Guter Service! Kostet etwa $ 25,- für drei Stunden.

Morgen oder übermorgen möchte ich einen Tauchgang machen. Dazu muss ich einen check-dive absolvieren, weil ich doch schon einige Jahre nicht mehr tauchen war.
Das machen wir morgen vormittag am Hausriff; am Nachmittag könnte ich dann schon mit aufs Boot. OWD - Grenze: 18m.

Am Nachmittag sind wir wieder eine Stunde schnorcheln. Eigentlich wollten wir die Südküste entlang, aber die Strömung und die Wellen waren wieder relativ stark und so sind wir wieder am Strand zur Südspitze gegangen, um uns von dort aus an "unserer" Seite entlang mit der Strömung treiben zu lassen. Wir sehen wieder viele, viele bunte Fische und auch einen Rotfeuerfisch.


Mittwoch, 1.2. - Fihalhohi

09:00 Tauchgang 1: am Hausriff (46'/11,9m); Muränen, Kofferfische, Krebse, viele schöne Korallen, Unmengen von mir unbekannten Fischen
Wassertemperatur 27°C, Lufttemperatur 32°C
15:00 Tauchgang 2: Lhohi Giri, Atoll unter Wasser (49'/17,8m); viele, viele Korallen, Muränen, Rotfeuerfische, Muscheln, Schnecken, und wieder alle möglichen Fische...

Auf der Plattform beim Bungalow sollte man nichts liegen lassen. Bei Flut kommt ohnehin das Wasser gut 60cm höher, gerade bis zur Kante; und die Krabben tun ihr übriges dazu: die sicher 2kg schwere Muschel haben sie schon zweimal zum Rand geschubst und versenkt.

Ich kann heute schon sagen, dass ich von Fihalhohi absolut positiv überrascht bin. Ursprünglich dachte ich, dass uns hier so etwas wie das "maledivische Ibiza" erwarten würde, da die Insel mit ihren 150 Quartieren zu den am dichtesten bebauten gehört. Aaaber: ausser zu den Mahlzeiten, im Restaurant, ist davon überhaupt nichts zu bemerken. Wider Erwarten habe ich mich hier sehr wohl gefühlt und letztendlich werden bzw. sind uns die sechs Tage hier definitiv zu kurz. Da hätten es auch ohne Probleme 13 Tage sein können...

Egal ob an der Rezeption, im Restaurant, an der Bar oder (ganz besonders) bei der Tauchbasis: überall ist das personal freundlich, hilfsbereit, super nett und - das wichtigste - dabei in keiner Weise aufdringlich! Somit heisst es für mich: Vorurteile über Bord und genießen.

Und das "upgrade" von Comfort- auf Wasserbungalow war allemal das Geld wert!


Donnerstag, 2.2. - Fihalhohi

Vormittag schnorcheln und ein Inselrundgang
Nachmittag baden, faul in der Sonne liegen und später dann eine "Leguan & Fledermaus-such-Safari" quer durch die Insel

Heute Abend haben wir unsere bisherige Rechnung bezahlt: $ 225,-
Im Souvenirshop haben wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgt; mein T-Shirt mit dem Fiha-Logo bekomme ich morgen früh, das wird erst noch gemalt (jedes T-Shirt hier im Shop wird nach der Bestellung händisch angefertigt - da gibts nix auf Lager, nur Muster!)

Morgen vormittag können wir noch ein letztes mal schnorcheln gehen, wir dürfen die geliehene ABC-Ausrüstung kostenlos noch behalten; find ich nett, müsste ja nicht so sein.
Und wir dürfen auch bis zur Abreise am Nachmittag im Bungalow bleiben, weil dieser nicht gleich wieder benötigt wird. Das ist ebenfalls sehr entgegenkommend und natürlich auch angenehm für uns.


Freitag, 3.2. - Fihalhohi / Male / Colombo

Die Nacht war weniger gut für mich; die Verkühlung, die schon seit zwei Tagen in mir steckt, kommt nun voll durch. Ich habe Halsschmerzen, von denen die Hälfte ausreichend wäre und werde unzählige Male von den Schmerzen wach. Jetzt am MOrgen fühle ich mich wieder ein kleines Bisschen besser, aber trotzdem sehr groggy.

Gerade, als wir zum letzten Mal schnorcheln gehen wollen und schon alles parat haben, läutet das Zimmertelefon: unser Bungalow wird doch benötigt - das ist jetzt aber schon ziemlich blöde. Aber uns wird für die letzten Stunden noch ein Standard-Bungalow (Nr. 42) angeboten, also können wir nochmals übersiedeln :-)
Schnell sind unsere sieben Sachen in Tasche und Koffer, ich zische zur Rezeption, den Schlüssel tauschen und als wir wenige Minuten später beim "neuen" Zimmer an der anderen Seite der Insel sind, ist unser Geüäck auch schon da. Die Jungs sind wirklich auf Zack hier! So hat uns dieser unerwartete Transfer nicht mal 30min gekostet; und dass wir jetzt noch einmal ein neues Zimmer bekommen haben, finde ich auch nicht selbstvertständlich und wir freuen uns sehr darüber. Absolut positiv!

Auf gehts zum Schnorcheln, das Ostende des Nordriffs liegt nun genau vor unserer Türe. Mit der leichten Strömung treiben wir am Riff entlang und können uns wieder an den Unmengen von Fischen nicht sattsehen. In der Tiefe unter uns befindet sich eine Gruppe Taucher, da sind wahrscheinlich Caroline und Rainer auch dabei; die wollten heute hier tauchen gehen.

Am Ende des Riffs, schon im Flachwasser zum Strand, steht einer von vielen schönen Korallenstöcken; dieser ist voll bevölkert mit ca. 5cm kleinen, silbrig-blauen Fischlein. Alle ziehen sich wie auf Kommando ins Innere des Stockes zurück, um nach kurzer Zeit aber wieder neugierig herauszuschauen. Ein Mutiger fasst sich ein Herz und schwimmt ein Stück auf die ausgestreckte Hand zu - und wieder weg. Nach einigen "Versuchen" kommt dann der ganze Schwarm heraus und knabbert munter an unseren Fingern, Handrücken und Unterarmen herum! Solange wir uns ruhig halten, genießen die Fischlein diese merkwürdige Mahlzeit völlig ungeniert.
Und mein Kamera-Akku ist leider schon leer... Aaaarghh!!!

15:30 Bootstransfer nach Male. Der Junge am Steuer gibt wieder ganz schön Stoff; die 2x200 PS entfalten sich mit knapp 30 Knoten über jede Welle - würg...
16:30 wir sind am Hulule-Airport; n
un dürfen wir noch zwei Stunden VOR dem Flughafen warten, denn erst zur Check-In-Zeit darf man auf das Gelände...
Am Zoll holen wir uns problemlos den bei der Einreise hinterlegten Buddha wieder ab.
19:25 Flug Male - Colombo
21:15 Ankunft in Colombo, Transfer zum Hotel Tamarind Tree, das nur wenige km vom Flughafen entfernt ist. Das Hotel liegt sehr nett in einer weitläufigen und schönen Anlage, von den Zimmern (bungalowähnlich) ist es aber mit Abstand das schlechteste Haus unserer ganzen Reise. Alles - Einrichtung, Installationen und Sanitäranlagen - ist alt und marod; die Steuerung der Notbeleuchtung brummt schrecklich laut und wenn ich die Sicherungen abschalte, ist das Brummen zwar weg - aber die Notbeleuchtung geht an. Auch suboptimal. Und viele Gelsen. Vielleicht aber sind auch nur die Unterkünfte für die Tagesgäste nicht ganz so gut und der Rest ist eh besser. Einen schönen Pool gibt es hier!


Samstag, 4.2. - Colombo / München / Wien

Heute Nacht hat es eine richtigen Tropenregen heruntergelassen. Zum Glück ist jetzt am Morgen der Spuk wieder vorbei, bis zur Rezeption sind es gute 100 Meter...

Frühstück gibt es an der überdachten Terasse zum Pool, der Innenraum ist aber nicht klimatisiert und so ist es nach dem nächtlichen Regen drückend schwül und schon sehr heiss. Die Zeit bis zur Abfahrt wird mir in diesem Klima viel zu lange.

Am Airport gehen wir noch ein bisschen shoppen und decken uns mit "lebenswichtigen" Mitbringseln ein.

11:35 Flug Colombo - München
16:00 wir sind über Wien und würden schon sehr gerne aussteigen...
17:00 München; zum drüberstreuen verspätet sich unser Anschlussflug um gute zwei Stunden
21:30 endlich in Wien; Jack holt uns ab, wir sind aber eine eher schmähstade Partie, ziemlich geschlaucht von der langen Heimreise und freuen uns nur noch aufs Bett...

 

Trotzdem: Schön wars, es hat uns sehr gefreut!


Was ging mir während der ganzen Reise nicht aus dem Kopf:

Shakira / Oral Fixation: don´t bother, las de la Intuición, eigentlich die ganze CD...

Was sonst noch erwähnenswert ist:

Sri Lanka:

 

Fihalhohi:

 

Reise-Organisation von Jahn-Reisen: